Gewichtszunahme in der Schwangerschaft
Auf einen Blick
- Die empfohlene Gewichtszunahme in der Schwangerschaft liegt zwischen 7 und 18 kg – abhängig von deinem Ausgangs-BMI
- Nur etwa 3–4 kg entfallen auf dein Baby, der Rest verteilt sich auf Plazenta, Fruchtwasser, Blut, Gebärmutter und Energiereserven
- Im ersten Trimester nimmst du meist kaum zu, die Hauptzunahme erfolgt ab dem zweiten Trimester
- „Essen für zwei" ist ein Mythos – dein Kalorienbedarf steigt nur um etwa 250–500 kcal pro Tag
Die Waage in der Schwangerschaft kann zu einer echten Achterbahnfahrt der Gefühle werden. Vielleicht fragst du dich bei jedem Vorsorgetermin: Nehme ich zu viel zu? Oder zu wenig? Ist das noch normal? Lass mich dir gleich vorweg sagen: Eine Gewichtszunahme in der Schwangerschaft ist nicht nur normal, sondern absolut notwendig und gesund. Dein Körper vollbringt gerade ein Wunder und braucht dafür Ressourcen. In diesem Artikel erkläre ich dir, wie viel Gewichtszunahme für dich persönlich ideal ist, wohin die Kilos eigentlich wandern und wie du dich und dein Baby optimal versorgst – ganz ohne Diätstress oder schlechtes Gewissen.
Gewichtszunahme-Rechner
moms.de🤰 Wie viel Gewichtszunahme ist in der Schwangerschaft normal?
Die Frage, wie viel du in der Schwangerschaft zunehmen solltest, lässt sich nicht pauschal beantworten – denn jede Frau startet mit unterschiedlichen Voraussetzungen in die Schwangerschaft. Die Empfehlungen orientieren sich an deinem Body-Mass-Index (BMI) vor der Schwangerschaft. Dieser gibt das Verhältnis zwischen deinem Gewicht und deiner Körpergröße an.
Der Rechner oben hilft dir, deine individuelle empfohlene Gewichtszunahme zu berechnen. Grundsätzlich gilt: Je niedriger dein Ausgangs-BMI, desto mehr darfst und sollst du in der Schwangerschaft zunehmen. Das klingt zunächst vielleicht überraschend, macht aber Sinn: Dein Körper braucht ausreichend Reserven, um dein Baby optimal zu versorgen und die Schwangerschaft gut zu bewältigen.
Die folgenden Richtwerte basieren auf den Empfehlungen des Institute of Medicine (IOM) und werden auch von deutschen Fachgesellschaften verwendet:
| BMI vor der Schwangerschaft | Kategorie | Empfohlene Gewichtszunahme | Zunahme pro Woche (2.+3. Trimester) |
|---|---|---|---|
| unter 18,5 | Untergewicht | 12,5–18 kg | 0,5–0,6 kg |
| 18,5–24,9 | Normalgewicht | 11,5–16 kg | 0,4–0,5 kg |
| 25–29,9 | Übergewicht | 7–11,5 kg | 0,2–0,3 kg |
| ab 30 | Adipositas | 5–9 kg | 0,2–0,3 kg |
Diese Werte sind Richtwerte, keine starren Vorgaben. Deine Hebamme oder dein Frauenarzt wird deine Gewichtsentwicklung im Blick behalten und dich beraten, falls es Auffälligkeiten gibt. Kleine Abweichungen sind völlig normal und kein Grund zur Sorge.
💗 Nadines Empfehlung
Nadine Scheiner
Ich weiß noch genau, wie ich in meiner ersten Schwangerschaft bei jedem Wiegen nervös war. Mein Tipp: Wiege dich nicht täglich! Einmal pro Woche am gleichen Wochentag, morgens nach dem Toilettengang, reicht völlig. So siehst du den Trend, ohne dich von normalen Tagesschwankungen verrückt machen zu lassen. Und ganz wichtig: Die Zahl auf der Waage sagt nichts über deine Qualitäten als werdende Mama aus. Dein Körper weiß, was er tut.
📊 Wohin wandern die Kilos eigentlich?
Vielleicht hast du dich schon gefragt, warum du so viel zunehmen sollst, wenn dein Baby doch „nur" etwa 3 bis 4 Kilogramm wiegt. Die Antwort ist faszinierend: Dein Körper bereitet sich auf die Geburt vor und schafft ein komplettes Lebenserhaltungssystem für dein Baby. Die Gewichtszunahme verteilt sich auf viele verschiedene Komponenten.
Verteilung der Gewichtszunahme (bei 12,5 kg Gesamtzunahme)
moms.deSchauen wir uns die einzelnen Komponenten genauer an:
Dein Baby
Am Ende der Schwangerschaft wiegt dein Baby durchschnittlich zwischen 3.000 und 4.000 Gramm. Das ist der offensichtlichste Teil deiner Gewichtszunahme, macht aber tatsächlich nur etwa ein Viertel bis ein Drittel aus.
Plazenta (Mutterkuchen)
Die Plazenta ist das Versorgungsorgan deines Babys und wiegt bei der Geburt etwa 500 bis 700 Gramm. Sie filtert Nährstoffe und Sauerstoff aus deinem Blut und gibt sie an dein Baby weiter – ein absolutes Wunderwerk der Natur.
Fruchtwasser
Das Fruchtwasser schützt dein Baby wie ein Airbag und ermöglicht ihm, sich zu bewegen und zu entwickeln. Gegen Ende der Schwangerschaft sind es etwa 1 bis 1,5 Liter, also 1 bis 1,5 Kilogramm.
Gebärmutter
Deine Gebärmutter wächst von etwa 80 Gramm auf bis zu 1.500 Gramm – eine unglaubliche Leistung! Dieses Muskelorgan dehnt sich enorm aus und wird nach der Geburt wieder kleiner.
Brüste
Deine Brüste bereiten sich auf das Stillen vor und nehmen an Volumen zu. Das macht etwa 500 bis 1.000 Gramm aus. Die Milchdrüsen entwickeln sich, und mehr Fettgewebe wird eingelagert.
Blutvolumen
Dein Blutvolumen steigt um etwa 40 bis 50 Prozent! Das sind zusätzliche 1,5 bis 2 Liter Blut, um dich und dein Baby optimal zu versorgen. Das entspricht etwa 1,5 bis 2 Kilogramm.
Wassereinlagerungen
Viele Schwangere bemerken, dass ihre Beine und Finger anschwellen. Diese Wassereinlagerungen (Ödeme) sind normal und machen etwa 1,5 bis 2 Kilogramm aus. Sie verschwinden nach der Geburt meist schnell wieder.
Fett- und Energiereserven
Dein Körper legt Fettreserven an – und das ist gut so! Diese Reserven brauchst du für die Geburt und die anstrengende erste Zeit danach, besonders wenn du stillst. Das sind etwa 2 bis 4 Kilogramm, je nach Ausgangsgewicht.
📅 Gewichtszunahme pro Trimester: Was erwartet dich wann?
Die Gewichtszunahme verläuft nicht gleichmäßig über die gesamte Schwangerschaft, sondern folgt einem typischen Muster. Das zu wissen, kann dir helfen, deine eigene Entwicklung besser einzuordnen.
Erstes Trimester (Woche 1–12)
Im ersten Trimester nehmen die meisten Frauen nur wenig zu – oft zwischen 1 und 2 Kilogramm, manche sogar gar nichts oder verlieren sogar Gewicht. Wenn du unter Übelkeit und Erbrechen leidest, ist ein Gewichtsverlust in dieser Phase nicht ungewöhnlich. Dein Baby ist noch sehr klein und braucht noch nicht viele zusätzliche Kalorien.
Mach dir keine Sorgen, wenn die Waage in den ersten Wochen kaum ausschlägt. Dein Körper arbeitet auf Hochtouren an der Entwicklung der Plazenta und den grundlegenden Organsystemen deines Babys – auch wenn man das von außen noch nicht sieht.
Zweites Trimester (Woche 13–28)
Jetzt geht es los! Im zweiten Trimester nimmt die Gewichtszunahme Fahrt auf. Die meisten Frauen nehmen jetzt etwa 250 bis 500 Gramm pro Woche zu. Die Übelkeit lässt meist nach, der Appetit kehrt zurück, und dein Baby wächst rasant.
Bei Normalgewicht kannst du in diesem Trimester mit etwa 5 bis 7 Kilogramm Zunahme rechnen. Dein Bauch wird sichtbar, und du spürst wahrscheinlich die ersten Kindsbewegungen – eine wunderbare Phase!
Drittes Trimester (Woche 29–40)
Im letzten Drittel der Schwangerschaft nimmt dein Baby besonders stark zu. Auch du wirst weiterhin zunehmen, etwa 400 bis 500 Gramm pro Woche bei Normalgewicht. Insgesamt kommen im dritten Trimester noch einmal etwa 4 bis 6 Kilogramm dazu.
Gegen Ende der Schwangerschaft kann die Zunahme etwas abflachen oder sogar stagnieren – auch das ist normal. Manche Frauen verlieren kurz vor der Geburt sogar ein wenig Gewicht, weil der Körper Wasser ausschwemmt.
Wichtig zu wissen: Diese Angaben sind Durchschnittswerte. Deine persönliche Gewichtskurve kann davon abweichen, und das ist in den meisten Fällen völlig in Ordnung. Entscheidend ist, dass dein Baby sich gut entwickelt und es dir gut geht. Bei Unsicherheiten sprich immer mit deiner Hebamme oder deinem Frauenarzt.
⚠️ Zu viel oder zu wenig: Wann wird es problematisch?
Auch wenn die Gewichtszunahme individuell sehr unterschiedlich sein kann, gibt es Situationen, in denen eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist. Sowohl eine zu geringe als auch eine zu starke Gewichtszunahme können auf Probleme hinweisen oder Risiken bergen.
Zu geringe Gewichtszunahme
Wenn du deutlich weniger zunimmst als empfohlen, kann das verschiedene Ursachen haben. Anhaltende Übelkeit und Erbrechen (Hyperemesis gravidarum), Stress, Appetitlosigkeit oder eine Mangelernährung können dahinterstecken. Eine unzureichende Gewichtszunahme kann das Risiko für eine Frühgeburt oder ein zu niedriges Geburtsgewicht erhöhen.
Wenn du im zweiten oder dritten Trimester über mehrere Wochen gar nicht zunimmst oder sogar abnimmst, solltest du das unbedingt mit deinem Frauenarzt besprechen. Gemeinsam könnt ihr schauen, woran es liegt und wie du dich und dein Baby besser versorgen kannst.
Zu starke Gewichtszunahme
Eine sehr schnelle oder übermäßige Gewichtszunahme kann ebenfalls Probleme anzeigen. Nimmst du plötzlich mehr als ein Kilogramm pro Woche zu, können Wassereinlagerungen oder im schlimmsten Fall eine Präeklampsie (Schwangerschaftsvergiftung) dahinterstecken. Weitere Warnsignale sind starke Schwellungen, Kopfschmerzen oder Sehstörungen.
Eine zu hohe Gewichtszunahme über die gesamte Schwangerschaft erhöht das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes, Bluthochdruck und Komplikationen bei der Geburt. Auch für dein Baby kann es Folgen haben, etwa ein höheres Geburtsgewicht (Makrosomie).
Aber bitte: Keine Panik und auf keinen Fall eine Diät beginnen! Schwangerschaft ist nicht die Zeit zum Abnehmen. Wenn dein Arzt Bedenken hat, wird er dich zu einer Ernährungsberatung überweisen oder andere Maßnahmen empfehlen.
🥗 Gesunde Ernährung in der Schwangerschaft
Die richtige Ernährung ist jetzt wichtiger denn je – nicht nur für deine Gewichtszunahme, sondern vor allem für die optimale Entwicklung deines Babys. Dabei geht es weniger um die Menge als um die Qualität dessen, was du isst.
Nährstoffdichte statt leere Kalorien
Dein Baby braucht Proteine, gesunde Fette, Vitamine und Mineralstoffe. Setze auf nährstoffreiche Lebensmittel wie Vollkornprodukte, Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte, Nüsse, mageres Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte. Diese liefern nicht nur Energie, sondern auch wichtige Bausteine für die Entwicklung.
Die wichtigsten Nährstoffe
- Folsäure: Unverzichtbar für die Entwicklung des Nervensystems. Enthalten in grünem Blattgemüse, Vollkorn, Hülsenfrüchten. Eine Supplementierung wird empfohlen.
- Eisen: Für die Blutbildung. Enthalten in rotem Fleisch, Hülsenfrüchten, Vollkorn. Kombiniere es mit Vitamin C für bessere Aufnahme.
- Kalzium: Für Knochen und Zähne. Milchprodukte, grünes Gemüse, calciumreiches Mineralwasser.
- Jod: Für die Schilddrüsenfunktion und Gehirnentwicklung. Jodsalz, Seefisch, Milchprodukte. Oft wird eine Supplementierung empfohlen.
- Omega-3-Fettsäuren: Wichtig für die Gehirnentwicklung. Fetter Seefisch, Leinöl, Walnüsse.
- Vitamin D: Für Knochen und Immunsystem. Sonnenlicht, fetter Fisch, angereicherte Lebensmittel. Supplementierung ist oft sinnvoll.
Regelmäßige Mahlzeiten
Drei Hauptmahlzeiten und zwei bis drei kleine Snacks helfen, deinen Blutzuckerspiegel stabil zu halten und Heißhungerattacken zu vermeiden. Besonders im letzten Trimester, wenn dein Baby auf den Magen drückt, sind kleinere, häufigere Mahlzeiten oft angenehmer als große Portionen.
Ausreichend trinken
Dein Flüssigkeitsbedarf steigt in der Schwangerschaft. Trinke mindestens 2 bis 2,5 Liter pro Tag, am besten Wasser, ungesüßte Tees oder stark verdünnte Fruchtsäfte. Das hilft gegen Verstopfung, unterstützt die erhöhte Blutmenge und beugt Harnwegsinfekten vor.
Was du meiden solltest
Rohe tierische Produkte (rohes Fleisch, Rohmilchkäse, rohe Eier, roher Fisch) wegen Infektionsrisiken, Alkohol, übermäßig viel Koffein (max. 200 mg pro Tag, etwa zwei Tassen Kaffee), und bestimmte Fischsorten mit hoher Quecksilberbelastung.
In beiden Schwangerschaften habe ich gemerkt: Wenn ich auf meinen Körper höre und ihm gebe, was er braucht – nicht was mein Kopf oder alte Essgewohnheiten sagen – dann reguliert sich vieles von selbst. Manchmal war das ein grüner Smoothie, manchmal eben auch die Portion Nudeln. Vertrauen in den eigenen Körper ist so wichtig!
🍽️ Der Mythos vom „Essen für zwei"
„Du musst jetzt für zwei essen!" – diesen gut gemeinten Ratschlag hast du bestimmt schon gehört. Aber ist da wirklich etwas dran? Die kurze Antwort: Nein, nicht wirklich.
Dein Kalorienbedarf steigt in der Schwangerschaft tatsächlich, aber längst nicht so stark, wie viele denken. Im ersten Trimester brauchst du praktisch keine zusätzlichen Kalorien. Dein Baby ist noch winzig klein und benötigt kaum Extra-Energie.
Ab dem zweiten Trimester steigt dein Bedarf um etwa 250 Kalorien pro Tag. Das entspricht ungefähr einem Vollkornbrot mit Käse oder einer Handvoll Nüsse mit einem Apfel. Im dritten Trimester sind es etwa 500 zusätzliche Kalorien – das ist ein zusätzliches kleines Müsli mit Joghurt und Obst oder eine Portion Vollkornnudeln mit Gemüse.
Wie du siehst: Von „doppelt so viel" kann keine Rede sein. Es geht viel mehr darum, was du isst, nicht wie viel. Die Qualität deiner Ernährung ist entscheidend. Ein Schokoriegel hat vielleicht 250 Kalorien, liefert aber kaum Nährstoffe. Eine Schale Haferflocken mit Beeren, Nüssen und Joghurt hat ähnlich viele Kalorien, aber versorgt dich und dein Baby mit Eiweiß, Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen.
Intuitive Ernährung statt Kalorienzählen
Ich rate dir: Zähle keine Kalorien! Das macht nur Stress und nimmt dir die Freude am Essen. Höre stattdessen auf deinen Körper. Iss, wenn du hungrig bist, und höre auf, wenn du satt bist. Dein Körper sendet dir Signale – vertraue ihnen.
Natürlich gibt es Tage, an denen du mehr Hunger hast, und andere, an denen dir weniger schmeckt. Das ist völlig normal. Wichtig ist, dass du über die Woche gesehen ausgewogen isst und dich wohlfühlst.
🏃♀️ Bewegung in der Schwangerschaft
Bewegung ist ein wichtiger Faktor für eine gesunde Gewichtszunahme und dein allgemeines Wohlbefinden in der Schwangerschaft. Viele Frauen sind unsicher, wie viel Sport erlaubt oder sinnvoll ist. Die gute Nachricht: Wenn deine Schwangerschaft normal verläuft, ist moderate Bewegung nicht nur erlaubt, sondern sogar empfohlen!
Vorteile von Bewegung
- Hilft, die Gewichtszunahme im empfohlenen Rahmen zu halten
- Reduziert das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes
- Lindert Rückenschmerzen und Verspannungen
- Verbessert deine Stimmung und reduziert Stress
- Fördert besseren Schlaf
- Bereitet deinen Körper auf die Geburt vor
- Hilft dir, nach der Geburt schneller wieder fit zu werden
Geeignete Sportarten
Ideal sind Sportarten mit moderater Intensität: Schwimmen, Aqua-Fitness, Schwangerschaftsyoga, Pilates, Walking, Radfahren (am besten auf dem Hometrainer), Schwangerschaftsgymnastik. Etwa 30 Minuten moderate Bewegung an den meisten Tagen der Woche ist ein gutes Ziel.
Vermeide Sportarten mit hohem Sturz- oder Verletzungsrisiko (Reiten, Skifahren, Kampfsport, Kontaktsportarten) und Aktivitäten in großer Höhe. Auch intensives Krafttraining oder Training mit Pressatmung ist nicht ideal.
Wichtig: Sprich mit deinem Frauenarzt, bevor du mit einem neuen Sportprogramm beginnst, besonders wenn du vorher nicht aktiv warst oder Risikofaktoren bestehen.
💊 Nahrungsergänzungsmittel: Was ist sinnvoll?
Auch bei ausgewogener Ernährung ist es schwierig, alle Nährstoffe in ausreichender Menge aufzunehmen. Deshalb werden in der Schwangerschaft bestimmte Supplemente empfohlen:
Folsäure
400 Mikrogramm täglich, idealerweise schon bei Kinderwunsch und mindestens bis zum Ende des ersten Trimesters. Folsäure ist entscheidend für die Entwicklung des Neuralrohrs und kann schwere Fehlbildungen verhindern.
Jod
100 bis 150 Mikrogramm täglich (zusätzlich zu jodiertem Speisesalz). Jod ist wichtig für die Schilddrüsenfunktion und die Gehirnentwicklung deines Babys.
Vitamin D
Viele Schwangere haben einen Vitamin-D-Mangel, besonders in den Wintermonaten. Dein Arzt kann deinen Wert bestimmen und bei Bedarf eine Supplementierung empfehlen.
Eisen
Nur bei nachgewiesenem Mangel. Zu viel Eisen kann Verstopfung und andere Nebenwirkungen verursachen. Lass deinen Eisenwert regelmäßig kontrollieren.
Omega-3-Fettsäuren (DHA)
Wenn du wenig fetten Seefisch isst, kann eine Supplementierung mit DHA (etwa 200 mg pro Tag) sinnvoll sein für die Gehirnentwicklung deines Babys.
Viele dieser Nährstoffe sind in speziellen Schwangerschaftsvitaminen kombiniert. Besprich mit deinem Frauenarzt oder deiner Hebamme, welche Präparate für dich sinnvoll sind.
🤱 Nach der Geburt: Was passiert mit den Kilos?
Viele Frauen fragen sich schon während der Schwangerschaft, wie schnell sie nach der Geburt wieder ihr altes Gewicht erreichen werden. Die Antwort ist: Das ist sehr individuell und braucht Zeit – mehr Zeit, als viele denken.
Direkt nach der Geburt verlierst du etwa 5 bis 7 Kilogramm: das Gewicht des Babys, der Plazenta und des Fruchtwassers. In den ersten Wochen danach gehen weitere 2 bis 4 Kilogramm durch Wasserausscheidungen verloren. Das sind also schon mal 7 bis 11 Kilogramm, die sich quasi von selbst verabschieden.
Die restlichen Kilos – vor allem die Fettreserven – verschwinden langsamer. Und das ist gut so! Dein Körper hat diese Reserven angelegt, um dich durch die anstrengende erste Zeit mit Baby zu bringen, besonders wenn du stillst. Stillen verbraucht etwa 500 bis 600 Kalorien pro Tag und hilft vielen Frauen, ihr Ausgangsgewicht wieder zu erreichen.
Gib dir Zeit! Neun Monate hat dein Körper gebraucht, um das Baby wachsen zu lassen – mindestens ebenso lange darfst du dir geben, um wieder zu deiner Form zu finden. Viele Frauen brauchen sechs Monate bis ein Jahr oder länger. Das ist völlig normal.
Wichtig: Keine Crash-Diäten im Wochenbett! Dein Körper braucht jetzt Nährstoffe, um sich zu erholen und – falls du stillst – dein Baby zu versorgen. Setze auf ausgewogene Ernährung und sanfte Rückbildung, wenn dein Arzt grünes Licht gibt.
❓ Häufige Fragen
Kann ich in der Schwangerschaft abnehmen, wenn ich übergewichtig bin?
Nein, eine Schwangerschaft ist nicht die richtige Zeit für eine Diät oder zum Abnehmen. Auch bei Übergewicht oder Adipositas solltest du zunehmen – nur eben weniger als normalgewichtige Frauen (etwa 5 bis 11,5 kg). Eine Gewichtsabnahme kann die Versorgung deines Babys gefährden. Konzentriere dich auf eine gesunde, ausgewogene Ernährung und moderate Bewegung. Nach der Schwangerschaft und Stillzeit kannst du dann mit ärztlicher Begleitung an einer Gewichtsreduktion arbeiten, wenn du das möchtest.
Was kann ich gegen Heißhungerattacken tun?
Heißhungerattacken sind in der Schwangerschaft häufig und meist harmlos. Hilfreich ist es, regelmäßig zu essen (alle 3 bis 4 Stunden), damit dein Blutzuckerspiegel stabil bleibt. Setze auf proteinreiche und ballaststoffreiche Lebensmittel, die länger sättigen. Hab gesunde Snacks griffbereit: Nüsse, Obst, Gemüsesticks, Vollkorncracker. Wenn der Heißhunger auf Süßes kommt, probiere erst mal ein Stück Obst oder einen Naturjoghurt mit etwas Honig. Und wenn es doch mal die Schokolade sein muss: Genieße sie bewusst und ohne schlechtes Gewissen!
Ich nehme im ersten Trimester ab wegen Übelkeit – ist das gefährlich?
Ein leichter Gewichtsverlust im ersten Trimester ist bei starker Übelkeit nicht ungewöhnlich und meist unbedenklich. Dein Baby ist noch sehr klein und hat eigene Reserven. Wichtig ist, dass du ausreichend trinkst, um nicht zu dehydrieren. Versuche, kleine Mengen über den Tag verteilt zu essen – oft werden trockene, kohlenhydratreiche Lebensmittel besser vertragen. Wenn du jedoch mehr als 5 Prozent deines Körpergewichts verlierst, gar nichts bei dir behalten kannst oder Anzeichen von Dehydration zeigst, solltest du unbedingt deinen Arzt aufsuchen. In schweren Fällen (Hyperemesis gravidarum) kann eine medikamentöse Behandlung oder sogar ein Krankenhausaufenthalt nötig sein.
Wie oft sollte ich mich in der Schwangerschaft wiegen?
Einmal pro Woche ist völlig ausreichend – am besten immer am gleichen Wochentag, zur gleichen Uhrzeit, unter gleichen Bedingungen (z. B. morgens nach dem Toilettengang, unbekleidet). So siehst du den Trend deiner Gewichtsentwicklung, ohne dich von normalen Tagesschwankungen verrückt machen zu lassen. Tägliches Wiegen ist nicht sinnvoll, da dein Gewicht durch Wassereinlagerungen, Verdauung und andere Faktoren von Tag zu Tag schwanken kann. Bei den Vorsorgeterminen wird dich deine Hebamme oder dein Frauenarzt ohnehin wiegen und die Entwicklung im Blick behalten.
Können Wassereinlagerungen gefährlich sein?
Leichte bis moderate Wassereinlagerungen (Ödeme) sind in der Schwangerschaft sehr häufig und meist harmlos, besonders in den Beinen, Knöcheln und Händen. Sie entstehen durch hormonelle Veränderungen und den erhöhten Druck auf die Blutgefäße. Gefährlich werden Wassereinlagerungen, wenn sie plötzlich und stark auftreten, besonders im Gesicht und an den Händen, und mit anderen Symptomen einhergehen wie Kopfschmerzen, Sehstörungen oder hohem Blutdruck. Das können Anzeichen einer Präeklampsie sein, die sofort ärztlich abgeklärt werden muss. Leichte Ödeme kannst du lindern durch Hochlegen der Beine, Bewegung, ausreichend Trinken und das Tragen von Kompressionsstrümpfen. Bei plötzlichen oder starken Schwellungen kontaktiere sofort deinen Arzt!
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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