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Hämorrhoiden in der Schwangerschaft – Vorbeugen und Behandeln

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 24.05.2026 Lesezeit 9 Min.
Hämorrhoiden in der Schwangerschaft – Vorbeugen und Behandeln

Auf einen Blick

  • Hämorrhoiden sind in der Schwangerschaft häufig und entstehen durch Hormone, Gewicht und Verstopfung
  • Die meisten bilden sich 8-24 Wochen nach der Geburt von selbst zurück
  • Mit Hausmitteln, Salben und vorbeugenden Maßnahmen lassen sich Beschwerden gut lindern

Jucken, Brennen, vielleicht sogar Blut beim Stuhlgang – Hämorrhoiden gehören zu den unangenehmen Begleiterscheinungen der Schwangerschaft, über die kaum jemand spricht. Dabei sind sie völlig normal und gut behandelbar. Hier erfährst Du alles, was Du wissen musst.

🔍 Was sind Hämorrhoiden eigentlich?

Im Analbereich gibt es ein Gefäßpolster, das in der Fachsprache Hämorrhoidalpolster genannt wird. Es sitzt oberhalb des Schließmuskels und ist zusammen mit diesem für den Verschluss des Darms verantwortlich.

In einigen Fällen können sich die Gefäße in diesem Polster unnormal vergrößern und Beschwerden verursachen. Dann sprechen Ärzte von einem Hämorrhoidalleiden oder Hämorrhoiden. Das bedeutet, dass sich Krampfadern am After gebildet haben.

Gut zu wissen: Die Anzeichen sind nicht immer deutlich zu erkennen. In manchen Fällen machen die Veränderungen am Schwellkörper im Enddarm Dir gar keine Probleme – vor allem beim ersten Schweregrad.

Diese Symptome können auftreten

  • Juckreiz am After
  • Nässen
  • Blut beim Stuhlgang
  • Brennender Schmerz
  • Schmierender Stuhl
  • Fremdkörpergefühl

Die vier Schweregrade

Die Bestimmung des Schweregrades ist für die Behandlung wichtig, weil sich danach die möglichen Methoden richten.

Ein Teil der Probleme und Beschwerden, die durch Hämorrhoiden verursacht werden, entstehen durch die unzureichende Abdichtung des Darms. Dadurch kommt immer etwas Stuhl aus dem Darm und es kann zu einem Analekzem kommen.

Achtung: Blutungen können auch auf eine Analfissur hindeuten oder auf schwerere Erkrankungen wie zum Beispiel Darmkrebs. Das Abklären beim Arzt ist daher immer wichtig.

Schwangere sind auch anfällig für andere Probleme am After. Besonders häufig treten Analvenenthrombosen auf. Das sind kleine Blutgerinnsel in den Blutgefäßen rund um den Afterrand. Auch harmlose Hautfalten, sogenannte Marisken, treten in und nach der Schwangerschaft oft auf.

🌸 Warum sind Schwangere besonders betroffen?

In der Schwangerschaft verändert sich das Gewebe in allen Körperbereichen. Die Hormone, vor allem das Progesteron, sorgen dafür, dass alle Bereiche weicher und lockerer werden. Darüber hinaus gibt es noch die folgenden Ursachen, die zum Teil auch außerhalb der Schwangerschaft auftreten können:

  • Gewicht des Babys
  • Gewicht der Gebärmutter
  • Wassereinlagerungen
  • Probleme mit der Verdauung
  • Darmträgheit und Verstopfung
  • Zu wenig Bewegung
  • Zu wenig Flüssigkeit
  • Übergewicht

Neben diesen Gründen für die Entstehung eines Hämorrhoidenleidens kann auch die Geburt die Knötchen begünstigen. Vor allem in der Pressphase entsteht ein großer Druck auf den Analbereich. Die Presswehen drücken das Kind nach unten und damit auch in Richtung des Afters.

Bei beiden Schwangerschaften hatte ich mit Hämorrhoiden zu kämpfen. Was mir am meisten geholfen hat: viel trinken, Bewegung und keine falsche Scham beim Arztbesuch. Die Beschwerden lassen sich wirklich gut lindern!

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

💪 So beugst Du Hämorrhoiden vor

Hämorrhoiden lassen sich gut behandeln. Aber Du kannst der Entstehung auch vorbeugen. Dafür kannst Du Dich an die folgenden Tipps halten:

  • Ballaststoffreiche Ernährung sorgt für weichen Stuhl
  • Milchprodukte können die Darmflora unterstützen
  • Sport und Bewegung verbessern die Verdauung und können Übergewicht vorbeugen
  • Eine hockende Sitzposition kann den Stuhlgang erleichtern
  • Sorge für eine gute Analhygiene nach dem Toilettengang
  • Weite Kleidung verhindert eine Reizung im Afterbereich
  • Langes Sitzen vermeiden

Tipp: Bei der Analhygiene solltest Du auf jeden Fall auf Feuchttücher verzichten. Entgegen dem Namen können sie der Haut Feuchtigkeit entziehen, was weitere Beschwerden verursachen kann. Hilfreich können dagegen Poduschen sein.

Wenn Du in der Schwangerschaft Eisentabletten einnehmen musst, solltest Du besonders auf die Vorbeugungsmaßnahmen achten. Eisen kann unter Umständen zu Verstopfungen führen. Daher solltest Du in diesem Fall darauf achten, genügend Wasser zu trinken. Auch Dörrpflaumen können gut helfen. In hartnäckigen Fällen solltest Du Deinen Arzt um ein Mittel zur Stuhlerweichung bitten.

Gut zu wissen: In jedem Fall solltest Du Deinen Arzt oder Deine Ärztin um Rat fragen, wenn Du vermutest Hämorrhoiden zu haben. Ein Proktologe ist der Facharzt in solchen Fällen. Aber auch Dein Gynäkologe oder Hausarzt können Dir bei der ersten Einschätzung helfen.

✨ Diese Hausmittel und Behandlungen helfen

Wenn Du bei Dir Anzeichen für Hämorrhoiden entdeckst, wirst Du sicher wissen wollen, wie sie auch in der Schwangerschaft behandelt werden können. Zunächst einmal gibt es eine Reihe von einfachen Methoden und Hausmitteln, die Deine Beschwerden unmittelbar lindern können:

  • Sitzbäder
  • Kälteanwendungen
  • Salben
  • Zäpfchen
  • Sitzringe oder Hämorrhoidenkissen

Tipp: Sitzbäder können zum Beispiel mit Eichenrinden-Extrakt zubereitet werden. Kälteanwendungen kannst Du einfach mit Kosmetikpads durchführen. Dafür tränkst Du die Pads mit Salbeitee, legst sie in den Kühlschrank und nutzt sie bei akuten Beschwerden.

Diese Inhaltsstoffe wirken besonders gut

Alle Mittel gegen Hämorrhoiden in der Schwangerschaft sollten dafür sorgen, dass sich die Gefäße zusammenziehen und Entzündungen vorbeugen. Besonders häufig werden Präparate mit den folgenden Inhaltsstoffen genutzt:

  • Zinkoxid
  • Retterspitz
  • Ringelblume
  • Hamamelis
  • Rosskastanie
  • Schafgarbe
  • Kamillenblütenextrakt
  • Latschenkieferöl
  • Bienenwachs
  • Lebertran
  • Harnstoff

Eine Zinksalbe kann auch gut gegen ein entstandenes Analekzem helfen. Die Heilsalbe wird vor allem bei trockener Haut verwendet und reduziert das Jucken und Brennen. Bei nässenden Hämorrhoiden sollten andere Heilsalben verwendet werden.

Wenn Du Hämorrhoiden des dritten oder vierten Grades hast, wird Dein Arzt Dir wahrscheinlich andere Mittel verschreiben. Diese können dann lokal betäubende Wirkstoffe und Kortison enthalten. Du solltest Dich an die Empfehlungen des Arztes halten, damit die Dosierung stimmt. In der Schwangerschaft müssen die Wirkstoffe und ihre Menge so angepasst werden, dass sie das Kind nicht beeinträchtigen.

🏥 Dauerhafte Behandlungsmethoden bei hartnäckigen Fällen

In einigen Fällen verschwinden die Hämorrhoiden nicht von selbst nach der Geburt. Dann kann es nötig sein, zu einer dauerhaften Behandlung überzugehen. Diese kann die Knoten komplett entfernen.

  • Verödung des Gewebes
  • Gummiring
  • HAL-Methode (Hämorrhoiden Arterien Ligatur)
  • OP nach Longo
  • OP nach Milligan-Morgan

Verödung

Eine Verödung sorgt dafür, dass eine Entzündung im Gewebe entsteht. Dadurch wird die Blutzufuhr eingeschränkt. Bei der Verödung wird ein Mittel in die Knoten gespritzt. Das verursacht keine Schmerzen und ist daher ambulant möglich.

Gummiring und HAL-Methode

Sowohl bei der Behandlung mit einem Gummiring als auch bei der HAL-Methode wird die Versorgung der Hämorrhoiden mit Blut unterbrochen. Dadurch stirbt das Gewebe ab und die Knötchen schrumpfen stark oder sterben komplett ab. Der Vorteil eines Gummiringes ist, dass dafür keine Betäubung nötig ist.

Operative Verfahren

Bei einer OP nach Longo werden die vergrößerten Gewebeteile wieder an ihrem ursprünglichen Platz angeheftet. Das ist bei Hämorrhoiden des dritten Grades möglich.

Eine komplette Entfernung der Hämorrhoiden wird in einer OP nach Milligan-Morgan angestrebt. Das wird in der Regel nur bei schweren Verläufen durchgeführt und es dauert vier bis acht Wochen, bis alles wieder verheilt ist.

Häufig gestellte Fragen

Wie machen sich Hämorrhoiden in der Schwangerschaft bemerkbar?

Die Beschwerden sind die gleichen, wie sie auch außerhalb der Schwangerschaft auftreten würden. Es kommt zu Entzündungen, Juckreiz, Nässen, Brennen und im Extremfall Schmerzen am After.

Sind Hämorrhoiden in der Schwangerschaft gefährlich?

Nein, Hämorrhoiden sind nicht gefährlich. Sie können aber sehr unangenehm sein.

Wie lange dauern Hämorrhoiden in der Schwangerschaft?

In der Regel bilden sich die Hämorrhoiden nach der Geburt zurück. Es dauert etwa 8 bis 24 Wochen.

Was ist besser zur Behandlung – Wärme oder Kälte?

Kühle Auflagen können Deine Beschwerden bei Hämorrhoiden lindern.

Wann sollte ich zum Arzt gehen?

Bei Blutungen, starken Schmerzen oder wenn Du unsicher bist, solltest Du immer einen Arzt aufsuchen. Ein Proktologe ist der Facharzt für solche Fälle, aber auch Dein Gynäkologe oder Hausarzt können Dir weiterhelfen.

Kann ich Hämorrhoiden während der Schwangerschaft operieren lassen?

Operative Eingriffe werden in der Regel erst nach der Geburt durchgeführt, da sich die meisten Hämorrhoiden von selbst zurückbilden. In der Schwangerschaft konzentriert man sich auf lindernde Maßnahmen.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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