Hebammensuche: Wie und wo finde ich eine Hebamme?
Auf einen Blick
- Beginne sofort nach dem positiven Test mit der Hebammensuche – der Hebammenmangel macht frühe Planung wichtig
- Eine Hebamme begleitet dich von Anfang an durch Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett
- Überlege dir vorab, welche Leistungen dir wichtig sind: Hausgeburt, Geburtshaus, Beleghebamme oder Klinikgeburt
Der Schwangerschaftstest ist positiv – und plötzlich stellen sich tausend Fragen. Eine der wichtigsten: Wie finde ich eigentlich eine Hebamme? Gerade beim ersten Kind fühlt sich die Suche oft überwältigend an. Dabei ist eine Hebamme eine der wertvollsten Begleiterinnen, die du in dieser aufregenden Zeit an deiner Seite haben kannst.
⏰ Wann sollte ich mit der Suche beginnen?
Die Antwort überrascht viele: Am besten sofort! Du kannst direkt nach dem ersten positiven Test mit der Suche starten – spätestens jedoch, nachdem dein Arzt dir den Mutterpass ausgehändigt hat.
Achtung: In vielen Regionen herrscht aktuell Hebammenmangel. Je früher du suchst, desto besser sind deine Chancen, eine Hebamme zu finden, die noch Kapazitäten hat.
Warum so früh? Dafür gibt es zwei wichtige Gründe:
- Der Hebammenmangel: In den vergangenen Jahren haben viele Hebammen aufgrund steigender Versicherungsprämien ihre Praxen geschlossen. Gleichzeitig sind die Geburtenraten gestiegen – das macht die Suche in manchen Regionen schwierig.
- Begleitung von Anfang an: Gerade das erste Trimester ist eine Zeit großer Umstellung und Unsicherheit. Eine erfahrene Hebamme kann dir helfen, Fragen zu klären und Vertrauen in deinen Körper zu gewinnen.
Auch bei typischen Frühschwangerschafts-Beschwerden wie Übelkeit hat deine Hebamme oft gute und sichere Mittel parat, die dir helfen können.
Eine Hebamme ist nicht nur für die Geburt da – sie begleitet dich durch alle Phasen. Gerade am Anfang, wenn alles neu ist, gibt sie dir Sicherheit und beantwortet die vielen kleinen Fragen, die sonst niemand so gut beantworten kann.
Gut zu wissen: Auch bei einer Fehlgeburt hast du Anspruch auf Hebammenbegleitung – unabhängig davon, zu welchem Zeitpunkt sie eintritt. Hebammen begleiten dich auch durch eine stille Geburt und stehen dir in dieser schweren Zeit bei.
🔍 Worauf sollte ich bei der Suche achten?
Bevor du mit der aktiven Suche beginnst, solltest du dir über zwei zentrale Punkte Gedanken machen: den Ort und die gewünschten Leistungen.
Standort und Erreichbarkeit
Suche nach Hebammen, die in deiner Nähe arbeiten. Lange Anfahrtswege können gerade in der Schwangerschaft und im Wochenbett anstrengend werden.
Gewünschte Leistungen
Überlege dir vorab, was dir wichtig ist. Stelle dir dabei folgende Fragen:
- Möchtest du eine Hebamme, die Homöopathie und Akupunktur anbietet?
- Welche Art von Geburtsvorbereitungskurs spricht dich an?
- Wünschst du dir eine Beleghebamme, die auch in der Klinik bei der Entbindung dabei ist?
- Planst du vielleicht eine Hausgeburt?
Tipp: Einige Hebammen arbeiten in einem Geburtshaus und bieten dort Kurse und Schwangerschaftsbetreuung an. Wenn du im Geburtshaus entbinden möchtest, ist es ideal, dort auch deine Hebamme zu haben.
Je klarer du dir über deine Wünsche bist, desto gezielter kannst du suchen und desto schneller findest du die passende Hebamme für dich.
💪 Wie finde ich die richtige Hebamme?
Sobald du weißt, wonach du suchst, kann die eigentliche Suche losgehen. Es gibt verschiedene Wege, eine Hebamme zu finden:
Persönliche Empfehlungen
Frage Freundinnen, die bereits Kinder haben, nach ihren Erfahrungen. Persönliche Empfehlungen sind oft Gold wert.
Professionelle Anlaufstellen
Folgende Stellen können dir Listen mit Hebammen aus deiner Region geben:
- Dein Frauenarzt
- Die Entbindungsklinik
- Deine Krankenkasse
- Das Gesundheitsamt
Die Hebammenliste durchgehen
Gehe die Liste sorgfältig durch und achte darauf, welche Leistungen die einzelnen Hebammen anbieten. Nicht jede Hebamme bietet das komplette Spektrum an:
- Einige kommen nur zur Vorsorge
- Andere machen ausschließlich Wochenbettbetreuung
- Manche bieten beides an
Tipp: Scheue dich nicht, mehrere Hebammen anzurufen und ein Kennenlerngespräch zu vereinbaren. Die Chemie muss stimmen – schließlich begleitet dich diese Frau durch eine sehr intime und wichtige Zeit.
Häufig gestellte Fragen
Ist es zu spät, wenn ich erst in der 20. Woche nach einer Hebamme suche?
Es ist nie zu spät, aber je früher, desto besser. Auch in der 20. Woche kannst du noch eine Hebamme finden – vielleicht musst du etwas länger suchen oder mehr Hebammen kontaktieren. Für die Wochenbettbetreuung hast du auf jeden Fall noch gute Chancen.
Bezahlt die Krankenkasse alle Hebammenleistungen?
Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die meisten Hebammenleistungen wie Vorsorgeuntersuchungen, Geburtsvorbereitung, Geburt und Wochenbettbetreuung. Einige Zusatzleistungen wie bestimmte Kurse oder alternative Heilmethoden müssen eventuell privat bezahlt werden.
Kann ich die Hebamme wechseln, wenn die Chemie nicht stimmt?
Ja, absolut! Es ist wichtig, dass du dich bei deiner Hebamme wohlfühlst. Wenn die Chemie nicht stimmt, kannst du jederzeit wechseln. Vertrauen ist in dieser besonderen Zeit das Wichtigste.
Was ist der Unterschied zwischen einer freiberuflichen Hebamme und einer Beleghebamme?
Eine freiberufliche Hebamme betreut dich während der Schwangerschaft und im Wochenbett, ist aber nicht bei der Geburt in der Klinik dabei. Eine Beleghebamme hingegen begleitet dich auch während der Geburt im Krankenhaus – sie ist sozusagen "deine" Hebamme von Anfang bis Ende.
Brauche ich wirklich eine Hebamme, wenn ich regelmäßig zum Frauenarzt gehe?
Hebammen und Frauenärzte ergänzen sich perfekt. Während der Arzt medizinische Untersuchungen durchführt, hat die Hebamme oft mehr Zeit für deine Fragen und Sorgen. Sie kennt sich besonders gut mit natürlichen Methoden aus und begleitet dich auch im Wochenbett – eine Zeit, in der der Frauenarzt nicht mehr zuständig ist.
Was mache ich, wenn ich keine Hebamme finde?
Wende dich an deine Krankenkasse – sie ist verpflichtet, dir bei der Hebammensuche zu helfen. Auch der Hebammenverband deines Bundeslandes kann Anlaufstellen nennen. Notfalls übernimmt die Klinik die Wochenbettbetreuung ambulant.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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