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Was macht eine Hebamme?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 28.05.2026 Lesezeit 8 Min.
Was macht eine Hebamme?

Auf einen Blick

  • Jede schwangere Frau hat Anspruch auf Hebammenbetreuung – von der Schwangerschaft bis zum Ende der Stillzeit
  • Hebammen können alle Vorsorgeuntersuchungen durchführen, die Geburt leiten und Dich im Wochenbett betreuen
  • Die Kosten für Hebammenleistungen werden von der Krankenkasse übernommen

Die Schwangerschaft und Geburt Deines Kindes ist ein großes und einmaliges Ereignis. Während dieser besonderen Zeit ist die Hebamme Dein wichtigster Ansprechpartner und Unterstützer – sie begleitet Dich kompetent und einfühlsam durch alle Phasen.

🌸 Was genau macht eine Hebamme?

Hebammen unterstützen Dich in allen Fragen zur Schwangerschaft, können die Geburt leiten, Dein neugeborenes Baby versorgen und Dich im Wochenbett betreuen. Sie erkennen Komplikationen frühzeitig und unternehmen die entsprechenden Schritte, um Schaden abzuwenden.

Die Leistungen einer Hebamme sind besonders vielfältig. Neben der Beratung rund um alle Themen zu Schwangerschaft, Entbindung, Wochenbett, Stillzeit und Umgang mit Deinem Neugeborenen übernimmt sie die Vorsorge, hilft bei Schwangerschaftsbeschwerden, bereitet mit Dir gemeinsam die Geburt vor und bietet Wochenbettbetreuung für Mutter und Kind sowie Stillberatung an.

✨ Die vielfältigen Aufgaben einer Hebamme

Während der Schwangerschaft

  • Schwangerschaft feststellen und Mutterpass ausstellen
  • Alle Vorsorgeuntersuchungen durchführen
  • Bescheinigungen für Arbeitgeber oder Krankenkasse ausstellen
  • Lage und Größe des Kindes ertasten und prüfen, ob die Gebärmutter richtig wächst
  • Herztöne des ungeborenen Kindes abhören
  • Blutdruckmessungen durchführen und im Mutterpass dokumentieren
  • Blut- und Urinuntersuchungen vornehmen
  • Allgemeinbefinden von Mutter und Kind beobachten – körperlich und seelisch
  • Auf Wunsch vorgeburtliche Diagnostik und Ultraschalluntersuchungen veranlassen
  • Bei Komplikationen über Vor- und Nachteile bestimmter Vorgehensweisen aufklären

Tipp: Deine Hebamme hat auch für soziale oder persönliche Belange ein offenes Ohr. Scheue Dich nicht, alle Fragen anzusprechen, die Dich bewegen.

Beratung und Vorbereitung

  • Sachkundige Beratung bei der Wahl eines geeigneten Geburtsortes
  • Ernährungsberatung während der Schwangerschaft und Stillzeit
  • Geburtsvorbereitung und Geburtsbegleitung
  • Fachkundige Stillberatung bei Problemen und Fragen

Nach der Geburt

  • Entwicklung des Kindes überwachen und Früherkennungsmaßnahmen durchführen
  • Beratung im Umgang mit Deinem Kind
  • Rückbildungsgymnastik anbieten
  • Verlauf des Wochenflusses prüfen und Rückbildung der Gebärmutter kontrollieren
  • Nabel des Neugeborenen kontrollieren und Gesundheitszustand beobachten
  • Bindung zum Kind beobachten und bei Überforderungsgefühlen unterstützen
  • Weitere Kurse wie Babymassage anbieten

Eine gute Hebamme ist mehr als eine medizinische Begleiterin – sie ist Vertraute, Ratgeberin und Stütze in einer der intensivsten Phasen Deines Lebens. Diese Beziehung ist unbezahlbar.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

📅 Ab wann brauchst Du eine Hebamme?

Die Hilfe einer Hebamme kann von Anbeginn der Schwangerschaft in Anspruch genommen werden. Viele Fragen treten auf und die körperlichen Veränderungen können auch mit Beschwerden verbunden sein. Eine Hebamme unterstützt Dich kompetent bei all diesen Fragen und Problemen.

Sie berät individuell bei Hausbesuchen, in der Hebammenpraxis oder im Geburtshaus. Du kannst Deine Hebamme auch telefonisch jederzeit erreichen. Eine Hebamme ist befähigt, im Rahmen der Vorsorge alle notwendigen Beobachtungen und Untersuchungen durchzuführen, die ein normaler Schwangerschaftsverlauf mit sich bringt.

Gut zu wissen: Die Betreuung durch eine Hebamme erfolgt auch nach einem Kaiserschnitt und steht Frauen zu, die ein Kind verloren haben.

🏥 Wo arbeiten Hebammen überall?

Hebammen können in verschiedenen Settings arbeiten:

  • Angestellt in einer Klinik oder einem Geburtshaus
  • Freiberuflich in einer eigenen Praxis
  • In Geburtshäusern
  • Bei ihren Patientinnen zu Hause

Hebammen leisten nicht nur Geburtshilfe, sondern sie begleiten die künftigen Mütter auch durch die gesamte Schwangerschaft und betreuen sie in der Regel acht Wochen nach der Geburt. Die acht nachgeburtlichen Wochen werden Wochenbettzeit genannt. Bei Bedarf hilft die Hebamme jungen Müttern während der gesamten Stillperiode. Dabei ist es unerheblich, ob Du in der Klinik oder ambulant entbunden hast.

🍼 Wo kannst Du Dein Baby bekommen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wo Du Dein Baby zur Welt bringen kannst. Wenn besondere Überwachung vonnöten ist, wird Deine Hebamme mit Dir gemeinsam eine entsprechende medizinische Einrichtung für die Geburt finden.

Hausgeburt

Manche Frauen entscheiden sich für eine Hausgeburt, die als besonders selbstbestimmte Form einer Geburt gilt. Solltest Du Dich für eine Hausgeburt entscheiden, sind zwei Hebammen zur Unterstützung angeraten.

Geburtshaus

Ein alternativer Ort für die Geburt ist ein Geburtshaus. Geburtshäuser werden von erfahrenen Hebammen geleitet.

Krankenhaus

Die Entbindungsstation eines Krankenhauses kann ebenfalls ein guter Ort für die Geburt sein. Hier helfen nicht nur Hebammen bei der Geburt, sondern bei Bedarf auch Ärzte und Intensivmediziner.

Gut zu wissen: Es gibt den hebammengeführten Kreißsaal – eine Mischung aus Geburtshaus und Kreißsaal. Hier bestimmen die Hebammen, was passiert. Sie begleiten Dich durch den Geburtsverlauf und entscheiden, wann Du ärztliche Hilfe unter den Wehen brauchst. Ein Arzt ist nicht von Beginn an anwesend. Für viele Frauen ist dies eine Alternative zum Geburtshaus oder zur Hausgeburt.

💪 Brauche ich eine Beleghebamme?

Du solltest Dir die Frage stellen, ob Du eine Beleghebamme in Anspruch nehmen möchtest. Wenn Du eine Hebamme suchst, geht es vor allem um die Betreuung während und nach der Schwangerschaft. Doch unter der Geburt wirst Du durch die Hebammen betreut, die dort arbeiten, wo Du entbindest. Auch diese Betreuung ist umfassend.

Die Geburt ist jedoch ein Moment, in dem Du besonders verletzlich bist. Du hast Angst und bist voller Sorge. Es ist verständlich, wenn Du dann eine vertraute Hebamme an Deiner Seite haben möchtest.

Die Beleghebamme bietet Dir diese Möglichkeit. Sie steht auch beim Geburtsverlauf zu Deiner Verfügung. Du rufst sie an, wenn die Wehen einsetzen und sie kommt zur Klinik.

Achtung: Für eine Beleghebamme fallen zusätzliche Kosten an, die von der Krankenkasse nicht übernommen werden.

Häufig gestellte Fragen

Ab wann sollte ich mir eine Hebamme suchen?

Am besten suchst Du Dir bereits zu Beginn der Schwangerschaft eine Hebamme. In manchen Regionen gibt es einen Hebammenmangel, daher ist es ratsam, sich frühzeitig zu kümmern – idealerweise sobald Du von Deiner Schwangerschaft weißt.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Hebamme?

Ja, die Kosten für Hebammenleistungen werden von der Krankenkasse übernommen. Dazu gehören Vorsorgeuntersuchungen, Geburtsvorbereitung, Geburtshilfe, Wochenbettbetreuung und Stillberatung. Nur für eine Beleghebamme fallen zusätzliche Kosten an.

Kann eine Hebamme alle Vorsorgeuntersuchungen machen?

Ja, eine Hebamme kann grundsätzlich alle Vorsorgeuntersuchungen durchführen, die ein normaler Schwangerschaftsverlauf mit sich bringt. Ultraschalluntersuchungen werden jedoch meist vom Frauenarzt durchgeführt. Bei Auffälligkeiten wird Dich die Hebamme an einen Arzt verweisen.

Wie lange betreut mich die Hebamme nach der Geburt?

Die Nachsorge durch die Hebamme erfolgt normalerweise über acht Wochen nach der Geburt (Wochenbettzeit). Bei Bedarf hilft die Hebamme jungen Müttern auch während der gesamten Stillperiode weiter.

Was ist der Unterschied zwischen einer angestellten und einer freiberuflichen Hebamme?

Angestellte Hebammen arbeiten in Kliniken oder Geburtshäusern und betreuen Dich dort während der Geburt. Freiberufliche Hebammen bieten Hausbesuche, Betreuung in der eigenen Praxis oder im Geburtshaus an und können Dich durch die gesamte Schwangerschaft, Geburt und Wochenbettzeit begleiten.

Brauche ich sowohl eine Hebamme als auch einen Frauenarzt?

Das ist Dir überlassen. Eine Hebamme kann die meisten Vorsorgeuntersuchungen durchführen. Viele Frauen kombinieren die Betreuung durch eine Hebamme mit regelmäßigen Besuchen beim Frauenarzt, besonders für Ultraschalluntersuchungen. Bei Risikoschwangerschaften ist eine ärztliche Betreuung zusätzlich zur Hebamme empfehlenswert.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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