Nachsorgehebamme – Wie wichtig sind ihre Besuche?
Auf einen Blick
- Die Nachsorgehebamme betreut dich in den ersten acht Wochen nach der Geburt – die Kosten übernimmt deine Krankenkasse
- Sie kontrolliert deine Rückbildung, unterstützt beim Stillen und prüft die Entwicklung deines Babys
- Du bist nicht verpflichtet, eine Nachsorgehebamme in Anspruch zu nehmen, kannst aber individuell vereinbaren, wie oft sie kommt
Dein Baby ist endlich da und ihr schwebt auf Wolke sieben. Doch spätestens zu Hause tauchen die ersten Fragen auf: Ist der Wochenfluss normal? Trinkt mein Baby genug? Heilt meine Geburtsverletzung gut ab? Genau hier ist deine Nachsorgehebamme die wichtigste Ansprechpartnerin an deiner Seite.
🌸 Was macht eine Nachsorgehebamme genau?
Schon in der Schwangerschaft und bei der Geburtsvorbereitung bist du durch die Hebamme begleitet worden. Im Wochenbett stehst du vor ganz anderen Herausforderungen. Die Gebärmutter bildet sich zurück, der Wochenfluss begleitet dich durch die Zeit und auch im Rahmen der Stillzeit gibt es Fragen. Die Aufgaben einer Nachsorgehebamme im Wochenbett sind sehr vielseitig:
- Sie kontrolliert deine Geburtsverletzungen und die Rückbildung. Bei den Besuchen bei dir zu Hause tastet sie die Gebärmutter ab und prüft eine mögliche Kaiserschnittnarbe. Hast du Verletzungen wie einen Dammriss, wird dieser ebenfalls geprüft. Wichtig ist zu schauen, ob die Wundheilung gut verläuft.
- Sie schaut beim Neugeborenen, ob alles in Ordnung ist. Im Rahmen der Hausbesuche prüft sie die Abheilung beim Nabel und das Gewicht des Babys. Sie kann zudem schauen, ob sich eine Gelbsucht bildet.
- Die Stillberatung ist ein weiterer Punkt. Hast du dich entschieden, dein Baby zu stillen, kann sie schauen, ob alles gut läuft oder ob du als Wöchnerin Unterstützung dabei brauchst, das Baby anzulegen. Viele Unsicherheiten begleiten dich in den ersten Lebenstagen deines Babys und durch die Stillzeit. Du hast so lange Anspruch auf eine Hebamme, wie du stillst. Das geht auch über die Wochenbettbetreuung hinaus.
- Interessant ist auch die Hilfe bei der Babypflege. Wickeln und baden, eincremen und auch eine Babymassage sind Themen, die hier durch die Nachsorgehebamme aufgegriffen werden.
Gut zu wissen: Nicht jede Hebamme übernimmt die Nachsorge. Vielleicht hast du eine Beleghebamme, die genau dies nicht anbietet. In dem Fall ist es wichtig, schon vor der Geburt auf die Suche nach einer Nachsorgehebamme zu gehen. Frag vielleicht im Geburtsvorbereitungskurs nach, ob es Empfehlungen gibt. Auch beim Gynäkologen kannst du fragen, ob dieser eine gute Nachsorgehebamme empfehlen kann.
🖤 Emotionale Unterstützung im Wochenbett
Als frischgebackene Mama ist das Leben voller Aufregung und auch voller Tränen. Vielleicht hattest du einen Kaiserschnitt oder starke Geburtsverletzungen und hast noch Probleme, dich richtig um dein Baby zu kümmern. Möglicherweise hat der Kinderarzt darauf hingewiesen, dass das Baby zu wenig zunimmt. Aber auch die Veränderung der Hormone ist nicht zu unterschätzen. Bereits als Schwangere haben deine Emotionen viel mit dir gemacht. Nach der Entbindung befindest du dich ebenfalls in einem emotionalen Ausnahmezustand.
Hier brauchst du eine Stütze. Die Nachsorgehebamme ist in dem Fall deine Ansprechpartnerin. Das hat gleich mehrere Vorteile. Sie ist eine Fachkraft und kennt alle Anzeichen für eine Überforderung oder auch für eine mögliche Depression. Aber auch dann, wenn du von den Emotionen einfach nur überwältigt wirst, ist sie eine wichtige Person, die dir helfen kann.
Die ersten Wochen mit Baby sind wunderschön und herausfordernd zugleich. Eine Nachsorgehebamme gibt dir die Sicherheit, dass du nicht allein bist – medizinisch und emotional.
🏥 Nachsorge bei ambulanter Geburt
Entscheidest du dich für eine ambulante Entbindung oder auch für die Entbindung im Geburtshaus, ergänzt die Nachsorgehebamme deinen Kinderarzt. Bei diesem musst du vorstellig werden, um die U2 durchführen zu lassen. Auch die Nachsorgehebamme kann hier helfen.
Gerade dann, wenn du nicht mehrere Tage im Krankenhaus unter Beobachtung bist, ist die Nachsorgehebamme sehr wichtig. Sie kann feststellen, wenn die Nachwehen nicht nachlassen oder sich die Gebärmutter nur schwierig zurückbildet. Hier tastet sie den Bereich täglich ab und informiert im Notfall den Frauenarzt.
Tipp: Bei ambulanter Geburt sind die ersten Tage besonders wichtig für die Kontrolle. Vereinbare am besten schon vor der Geburt tägliche Besuche für die erste Woche.
💰 Kostenübernahme durch die Krankenkasse
Wenn du gesetzlich krankenversichert bist, werden die Kosten durch die Krankenkassen übernommen. Normalerweise arbeiten die Hebammen freiberuflich. Die Abrechnung führen sie aber direkt mit der Krankenkasse durch. Dadurch hast du hier keinen weiteren Aufwand.
Achtung: Die Nachsorgehebamme führt keine Rückbildungsgymnastik durch. Hier musst du dich bei einem Kurs anmelden und brauchst dafür einen Überweisungsschein durch den Frauenarzt. Es kann sein, dass deine ausgewählte Hebamme ebenfalls Rückbildungskurse zur Verfügung stellt. Hier ist es wichtig, dass du vorher eine Absprache durchführst und schaust, ob du einen Platz im Kurs bekommst.
💪 Ist eine Nachsorgehebamme Pflicht?
Du bist natürlich nicht verpflichtet, eine Hebamme für die Nachsorge in Anspruch zu nehmen. Du musst auch in der Schwangerschaft keine Begleitung durch eine Hebamme nutzen. Dennoch ist es sinnvoll zu überlegen, ob du dich nicht vielleicht doch betreuen lassen möchtest.
Einige Frauen empfinden es als sehr anstrengend, wenn jeden Tag nach der Entbindung die Hebamme kommt. Hier kannst du natürlich auch individuelle Absprachen treffen. Es ist nicht unbedingt ein täglicher Besuch notwendig. Vielleicht möchtest du die Betreuung nur in einem Abstand von zwei Tagen. Bedenke immer, dass die Hebammen auch planen müssen und mehrere Frauen betreuen. In dem Zusammenhang ist es gut, wenn sie weiß, wann du ihre Hilfe in Anspruch nehmen willst.
Tipp: Sprich offen mit deiner Hebamme über deine Bedürfnisse. Ob täglich, alle zwei Tage oder nur bei Bedarf – ihr findet gemeinsam den richtigen Rhythmus für dich und dein Baby.
✨ Fazit: Deine wichtigste Stütze im Wochenbett
Nach der Geburt ändert sich dein ganzes Leben erst einmal. Du findest dich als Familie im Alltag ein. Vielleicht sind schon Kinder da, die mit den Veränderungen nicht so gut umgehen können. Möglicherweise bist du aber auch zum ersten Mal Eltern geworden und nun besonders unsicher. Gerade in dieser Zeit ist es wichtig, eine kompetente Ansprechpartnerin zu haben, auf die du dich verlassen kannst. Die Nachsorgehebamme übernimmt nicht nur die medizinische Kontrolle der Rückbildung und Wundheilung. Sie kann dir auch emotional eine wichtige Stütze sein.
Häufig gestellte Fragen
Wie oft kommt die Nachsorgehebamme zu mir nach Hause?
In den ersten zehn Tagen nach der Geburt hast du Anspruch auf tägliche Besuche. Danach kannst du die Hebamme bis zur achten Woche nach der Geburt 16 weitere Male in Anspruch nehmen. Bei Stillproblemen auch darüber hinaus. Die Häufigkeit kannst du individuell mit deiner Hebamme absprechen.
Wann sollte ich mit der Suche nach einer Nachsorgehebamme beginnen?
Am besten suchst du schon im ersten Schwangerschaftsdrittel nach einer Nachsorgehebamme. In vielen Regionen herrscht Hebammenmangel, deshalb ist eine frühe Suche wichtig. Frag in deinem Geburtsvorbereitungskurs, bei deinem Gynäkologen oder in Online-Hebammenlisten nach.
Was ist, wenn ich keine Nachsorgehebamme finde?
Wenn du keine Hebamme findest, wende dich an deine Krankenkasse – sie ist verpflichtet, dir bei der Suche zu helfen. Alternativ kannst du auch bei Hebammenverbänden oder Geburtshäusern in deiner Nähe nachfragen. Auch dein Frauenarzt kann dich im Wochenbett unterstützen.
Kann die Nachsorgehebamme auch meinen Partner beraten?
Ja, die Nachsorgehebamme ist auch für deinen Partner da. Sie kann ihm zeigen, wie er dich unterstützen kann, erklärt die Babypflege und beantwortet auch seine Fragen rund um die neue Familiensituation.
Was ist der Unterschied zwischen Nachsorgehebamme und Familienhebamme?
Die Nachsorgehebamme betreut dich medizinisch im Wochenbett bis zur achten Woche nach der Geburt. Eine Familienhebamme kommt bei besonderen Belastungssituationen zum Einsatz und kann dich bis zu einem Jahr nach der Geburt begleiten – mit Fokus auf psychosoziale Unterstützung.
Muss ich etwas für die Hebammenbesuche vorbereiten?
Du brauchst nichts Besonderes vorzubereiten. Halte deinen Mutterpass und die U-Heft-Unterlagen bereit. Ein ruhiger Platz zum Untersuchen und eventuell eine Wickelunterlage sind hilfreich. Ansonsten kommt die Hebamme mit allem Notwendigen zu dir.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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