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Die 40. Schwangerschaftswoche – in der 40. SSW kann es losgehen

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 23.05.2026 Lesezeit 9 Min.
Die 40. Schwangerschaftswoche – in der 40. SSW kann es losgehen

Auf einen Blick

  • Dein Baby ist mit ca. 50 cm und 3.400 g geburtsbereit – der errechnete Termin steht am Ende dieser Woche
  • Bewegungen werden ruhiger, weil es in der Gebärmutter sehr eng ist – das ist völlig normal
  • Dein Körper bereitet sich intensiv vor: Ausfluss, Durchfall und Unwohlsein können Vorboten der Geburt sein

Die letzte offizielle Schwangerschaftswoche ist da – und mit ihr eine Mischung aus Vorfreude, Ungeduld und vielleicht auch ein bisschen Nervosität. Dein Baby ist bereit, du bist bereit, und trotzdem lässt sich der Geburtstermin nicht erzwingen. Jetzt heißt es: durchatmen, auf deinen Körper hören und darauf vertrauen, dass alles zur richtigen Zeit passiert.

👶 Was macht dein Baby in der 40. SSW?

Dein Baby hat jetzt die durchschnittlichen Geburtswerte erreicht: etwa 50 cm Größe und rund 3.400 Gramm Gewicht. In der Gebärmutter ist es so eng geworden, dass jede Bewegung schwerfällt – kein Wunder also, dass es in deinem Bauch deutlich ruhiger wird.

Die letzten Vorbereitungen im Körper deines Babys

Auch wenn dein Baby äußerlich fertig entwickelt ist, arbeitet sein Körper auf Hochtouren:

  • Die Leber lagert Stärke ein, die nach der Geburt schnell in Glukose umgewandelt werden kann – so hat dein Baby kurzfristig Energie zur Verfügung
  • Der kleine Körper speichert Flüssigkeit und Fettreserven, um die ersten Tage bis zum Milcheinschuss zu überbrücken
  • Käseschmiere und Lanugo-Haar verschwinden bei manchen Babys schon jetzt, bei anderen erst nach der Geburt

Gut zu wissen: Dass dein Baby in den ersten Lebenstagen bis zu 10 % seines Geburtsgewichts verliert, ist völlig normal. Das liegt an den Flüssigkeitsreserven und ist kein Grund zur Sorge.

Bewegungen: Weniger, aber regelmäßig

Vielleicht hattest du bisher ein sehr aktives Baby, das kräftig getreten hat. Jetzt merkst du, dass die Bewegungen sanfter werden – das liegt einfach am Platzmangel. Trotzdem sollten sie regelmäßig spürbar sein. Du hast ein mulmiges Gefühl oder dein Baby meldet sich auch nach einigen Versuchen nicht? Dann zögere nicht und suche sofort das Krankenhaus oder deinen Gynäkologen auf. Lieber einmal mehr kontrollieren lassen.

🌸 Was passiert in deinem Körper?

Dein Körper läuft auf Hochtouren und bereitet sich auf die Geburt vor. Das merkst du an verschiedenen Signalen – manche davon kennst du vielleicht noch aus dem ersten Trimester.

Typische Beschwerden in der 40. SSW

  • Rückenschmerzen und Ziehen: Das können erste Wehen sein oder einfach die Überlastung durch den Bauch. Ruhe und ein warmes (nicht zu heißes!) Kirschkernkissen können helfen
  • Schwindel: Dein Körper hat noch immer ein beeindruckendes Blutvolumen zu bewältigen – das kann den Kreislauf belasten
  • Verdauungsprobleme: Durchfall ist ein häufiges Zeichen, dass dein Körper „aufräumt" und sich auf die Geburt vorbereitet
  • Vermehrter Ausfluss: Auch das ist normal – bei Unsicherheit, ob es Fruchtwasser ist, hilft ein pH-Streifen
  • Übelkeit: Ja, die kann tatsächlich zurückkommen

Achtung: Sehr starke Bauchschmerzen und Blutungen sind nicht normal. Fahre bei diesen Symptomen sofort ins Krankenhaus und lass alles kontrollieren.

Die Zeichnungsblutung

Eine leichte Blutung kann in dieser Woche auftreten – das ist die sogenannte Zeichnungsblutung. Sie ist ein Hinweis darauf, dass die Entbindung bald beginnt und der Muttermund sich öffnet.

💪 Warum Bewegung jetzt so wichtig ist

Das Sofa ist verlockend, und dein Körper fühlt sich schwerfällig an – trotzdem ist Bewegung gerade jetzt wichtig. Sie regt die Durchblutung an, versorgt dich mit Sauerstoff und kann sogar die Wehen in Schwung bringen. Oft reichen schon kurze Spaziergänge aus. Du musst keine Höchstleistungen vollbringen – Hauptsache, du bleibst ein bisschen aktiv.

Ich weiß noch, wie schwer es mir fiel, mich in den letzten Tagen zu bewegen. Aber selbst kleine Runden um den Block haben mir geholfen, mich besser zu fühlen – und bei meinem zweiten Kind haben sie tatsächlich die Wehen ausgelöst.

Nadine Scheiner · Gründerin moms.de, zweifache Mutter

📅 Der errechnete Geburtstermin – nur eine Schätzung

Am Ende dieser Woche steht der magische Termin in deinem Mutterpass. Aber wichtig zu wissen: Das ist nur eine Schätzung. Dein Frauenarzt kann lediglich mit dem vermuteten Eisprung rechnen. Viele Babys lassen sich noch etwas Zeit und kommen erst nach der 40. SSW zur Welt – und das ist völlig in Ordnung.

Ein Baby kommt, wenn es bereit ist. Deine Aufregung und Vorfreude spürt dein Baby übrigens – vielleicht wird es deshalb noch einmal etwas aktiver.

Regelmäßige Vorsorge in kurzen Abständen

Vielleicht wirst du jetzt alle zwei bis drei Tage zum Gynäkologen bestellt. Diese Untersuchungen sind freiwillig, aber empfehlenswert. Es wird kontrolliert, ob die Versorgung deines Babys noch gut ist und wie es mit dem Muttermund aussieht. So habt ihr beide die bestmögliche Sicherheit.

🔍 Infekt-Gefahr kurz vor der Geburt

Viele Frauen berichten, dass sie kurz vor der Entbindung eine leichte Erkältung oder Unwohlsein hatten. Das ist nicht ungewöhnlich: Dein Körper konzentriert sich jetzt voll auf die Geburt und ist dadurch etwas anfälliger für Infekte. Mach dir keine Sorgen – in den meisten Fällen startet die Geburt erst, wenn dein Körper fit genug dafür ist.

Tipp: Viel Bewegung und auch Geschlechtsverkehr können den Geburtsvorgang natürlich in Schwung bringen. Sperma enthält Prostaglandin – ein Wirkstoff, der auch bei Einleitungen verwendet wird. Ein Orgasmus kann zudem Kontraktionen auslösen. Sprich mit deiner Hebamme über sanfte Methoden, die Wehen anzuregen.

🏥 Einleitung und Kaiserschnitt – noch kein Thema

In der 40. SSW brauchst du dir noch keine Gedanken über eine Einleitung zu machen. Möglicherweise fällt der Begriff beim Gynäkologen schon, vor allem wenn der Gebärmutterhals noch stabil und der Muttermund noch nicht weich ist. Das kann verunsichern – aber der Befund kann sich auch sehr schnell ändern. Nicht bei allen Frauen braucht es eine lange Vorbereitung.

Manche werdende Mütter laufen wochenlang mit einem verstrichenen Gebärmutterhals herum, andere haben ihn zum Ende der 40. SSW noch nicht. Beides ist normal.

Natürliche Methoden, um die Geburt anzuregen

Bevor es zu medizinischen Maßnahmen kommt, gibt es einige natürliche Hilfsmittel:

  • Viel Bewegung (Spaziergänge, Treppensteigen)
  • Geschlechtsverkehr (Prostaglandin im Sperma, Kontraktionen durch Orgasmus)
  • Bauchmassagen
  • Akupunktur oder Fußreflexzonenmassage (nach Rücksprache mit der Hebamme)

Achtung: Verzichte darauf, selbst einen Wehencocktail anzumischen. Das sollte nur unter Aufsicht deiner Hebamme oder im Krankenhaus passieren.

Häufig gestellte Fragen

Ist es normal, dass mein Baby sich jetzt weniger bewegt?

Ja, das ist völlig normal. In der Gebärmutter ist es jetzt so eng, dass jede Bewegung schwerfällt. Trotzdem sollten die Bewegungen regelmäßig spürbar sein. Wenn du unsicher bist oder dein Baby sich gar nicht mehr meldet, kontaktiere sofort deinen Arzt oder fahre ins Krankenhaus.

Was bedeutet es, wenn der errechnete Termin vorbei ist?

Der Geburtstermin ist nur eine Schätzung. Viele Babys kommen erst nach der 40. SSW zur Welt, und das ist völlig in Ordnung. Dein Baby kommt, wenn es bereit ist. Wichtig ist, dass du regelmäßig zur Vorsorge gehst, damit die Versorgung kontrolliert wird.

Wie erkenne ich, ob ich Fruchtwasser verliere?

Vermehrter Ausfluss ist in der 40. SSW normal. Bei Unsicherheit, ob es sich um Fruchtwasser handelt, kannst du einen pH-Streifen aus der Apotheke nutzen. Fruchtwasser hat einen anderen pH-Wert als normaler Ausfluss. Im Zweifel: lieber einmal mehr kontrollieren lassen.

Kann ich noch in die Badewanne gehen?

Ja, bei einer komplikationslosen Schwangerschaft ist das kein Problem. Achte aber darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist – das belastet deinen Kreislauf. Lauwarmes Wasser ist ideal und kann sogar entspannend wirken.

Hilft Geschlechtsverkehr wirklich, die Wehen auszulösen?

Ja, das kann tatsächlich helfen. Sperma enthält Prostaglandin, ein Wirkstoff, der auch bei medizinischen Einleitungen verwendet wird. Zudem kann ein Orgasmus Kontraktionen auslösen. Sei also darauf vorbereitet, dass es danach losgehen könnte. Sprich am besten vorher mit deiner Hebamme.

Warum habe ich plötzlich wieder Übelkeit und Durchfall?

Dein Körper „räumt auf" und bereitet sich auf die Geburt vor. Durchfall ist ein häufiges Zeichen dafür. Auch Übelkeit kann zurückkommen – das ist unangenehm, aber ein Hinweis darauf, dass dein Körper sich vorbereitet. Achte darauf, ausreichend zu trinken.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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