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Umstandsmode – Dein umfassender Ratgeber für stylische und bequeme Schwangerschaftskleidung

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner Aktualisiert am 21.08.2026 Lesezeit 22 Min.
Umstandsmode: Der ehrliche Ratgeber für Schwangere | moms.de

Als ich in meiner ersten Schwangerschaft plötzlich merkte, dass meine Lieblingsjeans nicht mehr zuging, stand ich ziemlich verloren da. Umstandsmode? Brauchte ich das wirklich schon? Und wenn ja – was genau? Ich erinnere mich noch gut an die Überforderung zwischen all den Angeboten, den gut gemeinten Ratschlägen und der Unsicherheit, ob ich jetzt wirklich Geld für Kleidung ausgeben sollte, die ich nur wenige Monate tragen würde. Heute, zwei Schwangerschaften später, weiß ich: Umstandsmode kann dein Leben in der Schwangerschaft enorm erleichtern – wenn du weißt, worauf es wirklich ankommt. Dieser Ratgeber fasst alles zusammen, was ich gerne von Anfang an gewusst hätte.

Umstandsmode ist weit mehr als nur "weite Kleidung". Sie ist speziell auf die sich verändernden Bedürfnisse deines Körpers während der Schwangerschaft abgestimmt – und zwar nicht nur optisch. Die richtigen Teile unterstützen deinen wachsenden Bauch, ohne einzuschneiden, geben dir Bewegungsfreiheit und können sogar helfen, typische Schwangerschaftsbeschwerden zu lindern. Gleichzeitig möchtest du dich in deiner Haut wohlfühlen und nicht wie in einem Kartoffelsack herumlaufen. Genau diese Balance zu finden, ist das Ziel.

Wann brauche ich Umstandsmode – und wann ist es zu früh?

Eine der häufigsten Fragen, die mir andere werdende Mamas stellen: "Ab wann sollte ich mir Umstandsmode kaufen?" Die ehrliche Antwort: Das ist bei jeder Frau unterschiedlich. Manche spüren schon in der achten Woche, dass der Hosenbund drückt – nicht unbedingt wegen des Babybauchs, sondern wegen Blähungen und der hormonell bedingten Wassereinlagerungen. Andere kommen bis zur 20. Woche mit ihren normalen Klamotten aus.

Als Faustregel kannst du dir merken: Sobald deine normale Kleidung unangenehm wird, ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Das kann verschiedene Signale senden:

  • Der Hosenbund hinterlässt rote Druckstellen auf deiner Haut
  • Du öffnest heimlich den obersten Knopf deiner Hose, sobald du sitzt
  • Deine Oberteile spannen über der Brust oder werden vorne kürzer
  • Du fühlst dich in deiner Kleidung eingeengt oder unwohl
  • Du ziehst morgens mehrere Outfits an und aus, weil nichts mehr richtig passt

Bei meiner ersten Schwangerschaft habe ich zu lange gewartet, weil ich dachte, ich müsste "sparen". Das Ergebnis: Ich habe mich wochenlang unwohl gefühlt und ständig an meiner Kleidung herumgezupft. Bei der zweiten Schwangerschaft war ich klüger und habe früher investiert – und siehe da, ich habe mich einfach viel besser gefühlt. Dein Wohlbefinden ist wichtig, und wenn Umstandsmode dazu beiträgt, ist sie jeden Cent wert.

Unterschiede zwischen erster und weiteren Schwangerschaften

Hier noch ein Hinweis aus eigener Erfahrung: Bei der zweiten (oder dritten) Schwangerschaft wirst du wahrscheinlich früher Umstandsmode brauchen. Das liegt daran, dass das Bindegewebe bereits gedehnt wurde und der Bauch sich schneller zeigt. Viele Frauen berichten, dass sie schon ab der zehnten Woche in ihre alten Umstandshosen schlüpfen – falls sie diese aufgehoben haben.

Die Grundausstattung: Was du wirklich brauchst

Lass mich direkt ehrlich sein: Du brauchst nicht halb so viel, wie die Werbung dir weismachen möchte. Eine durchdachte Grundausstattung reicht völlig aus, und du kannst sie nach Bedarf erweitern. Hier ist meine persönliche Liste der Must-haves, die sich in zwei Schwangerschaften bewährt haben:

Hosen und Röcke

Das Wichtigste zuerst: Du brauchst mindestens zwei bis drei bequeme Hosen oder Leggings. Umstandshosen gibt es in verschiedenen Ausführungen:

  • Überbauch-Variante: Ein elastischer Bund reicht über den Bauch und stützt ihn sanft. Viele Frauen empfinden das als angenehm, besonders im letzten Trimester. Der Bund hält auch die Hose sicher oben, ohne zu rutschen.
  • Unterbauch-Variante: Der Bund sitzt unter dem Bauch. Das kann gerade am Anfang oder bei warmem Wetter angenehmer sein, weil es weniger Stoff bedeutet.
  • Seitliche Einsätze: Manche Hosen haben elastische Einsätze an den Seiten statt eines durchgehenden Bauchbands. Das ist eine gute Zwischenlösung.

Meine Empfehlung: Probiere beide Varianten aus. Ich persönlich mochte im Sommer die Unterbauch-Version und im Winter die Überbauch-Variante, weil sie schön warm hielt. Eine gute Umstandsjeans und zwei bequeme Leggings (eine schwarz, eine in einer anderen Farbe) sind ein solider Start.

Oberteile und Kleider

Bei Oberteilen kannst du länger mit deiner normalen Garderobe auskommen, wenn du geschickt kombinierst. Trotzdem sind ein paar spezielle Umstandsoberteile Gold wert:

  • Drei bis vier Umstandsshirts oder -tuniken in neutralen Farben, die sich kombinieren lassen
  • Ein oder zwei Stillshirts – ja, schon in der Schwangerschaft! Sie haben meist einen weiteren Schnitt und du kannst sie später weiterverwenden
  • Ein schickes Umstandskleid für besondere Anlässe (Hochzeiten, Feiern, schöne Fotos)
  • Eine gemütliche Strickjacke oder ein Cardigan in einer größeren Größe, der über den Bauch fällt

Der Trick bei Oberteilen: Achte darauf, dass sie vorne länger geschnitten sind. Normale Shirts rutschen mit wachsendem Bauch nach oben und entblößen ständig deinen Bauch – das nervt ungemein, besonders wenn du dich bückst oder die Arme hebst.

BHs und Unterwäsche

Dieser Punkt wird oft unterschätzt, ist aber enorm wichtig für dein Wohlbefinden. Deine Brust verändert sich während der Schwangerschaft erheblich – oft schon bevor der Bauch wächst. Investiere in mindestens zwei gut sitzende Schwangerschafts- oder Still-BHs. Sie sollten:

  • Breite, verstellbare Träger haben, die nicht einschneiden
  • Aus atmungsaktivem Material sein (Baumwolle oder spezielle Funktionsfasern)
  • Keine Bügel haben oder sehr weiche, flexible Bügel (Bügel können auf die sich entwickelnden Milchdrüsen drücken)
  • Mehrere Verschluss-Einstellungen bieten, damit du sie anpassen kannst

Bei der Unterwäsche gilt: Umstandsslips mit einem weichen Bund, der nicht einschneidet, sind eine Wohltat. Du kannst auch einfach normale Slips in einer größeren Größe kaufen – Hauptsache, sie sind bequem und aus atmungsaktivem Material.

Strumpfhosen und Kompressionsstrümpfe

Falls du im Beruf Strumpfhosen trägst oder einfach gerne welche magst: Umstandsstrumpfhosen haben einen dehnbaren Einsatz für den Bauch und sitzen viel bequemer. Besonders im letzten Trimester wirst du den Unterschied spüren.

Ein Wort zu Kompressionsstrümpfen: Wenn du zu Krampfadern, schweren Beinen oder Wassereinlagerungen neigst, können medizinische Kompressionsstrümpfe sehr hilfreich sein. Sprich mit deiner Hebamme oder Frauenärztin darüber – oft werden sie verschrieben und die Krankenkasse übernimmt einen Teil der Kosten. Moderne Kompressionsstrümpfe sehen übrigens längst nicht mehr aus wie Oma-Stützstrümpfe, sondern wie ganz normale Strumpfhosen.

Umstandsmode für verschiedene Jahreszeiten und Anlässe

Deine Bedürfnisse an Umstandsmode hängen stark davon ab, in welcher Jahreszeit deine Schwangerschaft hauptsächlich stattfindet und was du beruflich oder privat so machst. Hier ein paar spezifische Tipps:

Sommer-Schwangerschaft

Schwanger im Sommer kann eine Herausforderung sein – mir war in meiner zweiten Schwangerschaft im Hochsommer ständig warm. Atmungsaktive, luftige Umstandsmode ist hier Gold wert:

  • Kleider und Röcke aus leichten Naturfasern (Baumwolle, Leinen, Viskose)
  • Lockere Umstandsshorts oder kurze Hosen
  • Tops mit weitem Ausschnitt oder ärmellos
  • Helle Farben, die die Sonne reflektieren
  • Unbedingt: ein Badeanzug oder Bikini für Schwangere, wenn du schwimmen gehen möchtest (Schwimmen ist übrigens super in der Schwangerschaft!)

Achte darauf, dass die Materialien nicht synthetisch sind – du schwitzt ohnehin mehr als sonst, und Polyester macht das nur schlimmer.

Winter-Schwangerschaft

Im Winter brauchst du vor allem eine gute Jacke. Normale Winterjacken gehen irgendwann nicht mehr zu, und mit offenem Mantel herumzulaufen, ist keine Lösung. Hier hast du mehrere Möglichkeiten:

  • Eine spezielle Umstandsjacke mit Bauch-Einsatz (kann teuer sein, aber es gibt auch Tragejacken, die du nach der Geburt weiterverwenden kannst)
  • Eine normale Jacke in mehreren Nummern größer
  • Jackenerweiterungen – spezielle Einsätze, die du in deine vorhandene Jacke einzippen kannst
  • Das Zwiebelprinzip: mehrere Schichten, die du nach Bedarf an- und ausziehen kannst

Ich habe damals eine günstige Übergangsjacke in XXL gekauft und die hat völlig gereicht. Nach der Schwangerschaft habe ich sie weiterverschenkt – kein Drama.

Business-Umstandsmode

Wenn du beruflich einen formelleren Dresscode hast, brauchst du Business-taugliche Umstandsmode. Das muss nicht langweilig sein:

  • Eine gut geschnittene Umstandshose in Schwarz oder Dunkelblau
  • Ein Umstands-Bleistiftrock (ja, den gibt es!)
  • Blusen oder Hemden mit Stretch-Anteil und längerem Schnitt vorne
  • Ein schicker Umstands-Blazer oder eine Strickjacke in gedeckten Farben
  • Bequeme, aber elegante Schuhe mit niedrigem Absatz (dein Gleichgewicht verändert sich!)

Der Vorteil: Business-Umstandsmode ist meist zeitlos geschnitten und aus hochwertigen Materialien, sodass sie länger hält und auch bei späteren Schwangerschaften noch gut aussieht.

Sport und Freizeit

Bewegung ist in der Schwangerschaft wichtig – natürlich immer in Absprache mit deiner Ärztin oder Hebamme. Wenn du Sport treibst, brauchst du passende Kleidung:

  • Ein guter Sport-BH für Schwangere, der stützt ohne einzuengen
  • Umstands-Sportleggings mit breitem, bequemem Bund
  • Atmungsaktive Sport-Shirts, die nicht zu eng sitzen

Für Yoga, Schwimmen oder Schwangerschaftsgymnastik gibt es spezielle Angebote. Normale Sport-Leggings in einer Nummer größer tun es oft aber auch.

Materialien und Qualität: Worauf du achten solltest

Die Qualität deiner Umstandsmode beeinflusst nicht nur, wie lange sie hält, sondern auch, wie wohl du dich darin fühlst. Deine Haut wird in der Schwangerschaft oft empfindlicher, und dein Körper reguliert die Temperatur anders. Hier sind die wichtigsten Punkte:

Naturfasern vs. Synthetik

Grundsätzlich sind Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Viskose für Schwangere angenehmer, weil sie atmungsaktiv sind und Feuchtigkeit gut abtransportieren. Ein gewisser Anteil an Elasthan (meist 3-5%) ist allerdings sinnvoll, damit die Kleidung dehnbar ist und sich deinem Körper anpasst.

Reine Synthetik-Stoffe würde ich für Teile, die direkt auf der Haut liegen (Unterwäsche, Shirts), eher meiden. Für Hosen oder Jacken können Mischgewebe durchaus praktisch sein, weil sie pflegeleicht und formbeständig sind.

Verarbeitung und Nähte

Achte auf flache, weiche Nähte, besonders bei Unterwäsche und Hosen. Dicke, harte Nähte können auf der empfindlichen Haut scheuern. Der Bauchbund sollte breit und weich sein, nicht schmal und fest – er wird viele Stunden am Tag auf deiner Haut liegen.

Prüfe auch, ob die Nähte ordentlich verarbeitet sind. Umstandsmode muss einiges aushalten, besonders wenn der Bauch wächst. Billige Teile mit schlechten Nähten leiern schnell aus oder reißen sogar.

Waschbarkeit und Pflege

Seien wir ehrlich: In der Schwangerschaft (und erst recht danach mit Baby) hast du keine Zeit und Lust für komplizierte Wäschepflege. Umstandsmode sollte bei mindestens 30, besser 40 Grad waschbar sein und trocknergeeignet – oder zumindest schnell trocknend. Teile, die nur chemisch gereinigt werden dürfen, sind unpraktisch und verursachen zusätzliche Kosten.

Geld sparen bei Umstandsmode: Clevere Strategien

Kommen wir zu einem Punkt, der vielen werdenden Eltern auf der Seele brennt: Umstandsmode kann teuer sein, besonders wenn du Qualität möchtest. Aber es gibt viele Wege, Geld zu sparen, ohne auf Komfort zu verzichten:

Second Hand und Flohmärkte

Umstandsmode wird nur wenige Monate getragen und ist daher oft in sehr gutem Zustand gebraucht erhältlich. Ich habe bei beiden Schwangerschaften den Großteil meiner Garderobe gebraucht gekauft – auf Flohmärkten, in Second-Hand-Läden und über Online-Plattformen. Manche Teile sahen aus wie neu und kosteten einen Bruchteil des Neupreises.

Besonders lohnenswert sind Second-Hand-Käufe bei:

  • Jeans und Hosen (werden oft nur eine Saison getragen)
  • Festliche Kleider (meist nur für einzelne Anlässe gekauft)
  • Jacken und Mäntel
  • Umstandsbademode

Bei Unterwäsche würde ich persönlich aus hygienischen Gründen auf Neuware setzen, aber das ist Geschmackssache.

Leihen und Tauschen

Wenn du Freundinnen oder Verwandte hast, die kürzlich schwanger waren, frag nach, ob du dir etwas leihen kannst. Die meisten Frauen sind froh, wenn ihre Umstandsmode noch mal zum Einsatz kommt. Auch Umstandsmode-Tauschpartys unter Freundinnen sind eine tolle Idee.

Es gibt inzwischen auch Verleih-Services für Umstandsmode – besonders für teure Teile wie festliche Kleider oder Business-Garderobe kann sich das lohnen.

Basics aus dem regulären Sortiment

Nicht alles muss explizit als "Umstandsmode" gekennzeichnet sein. Viele normale Kleidungsstücke funktionieren auch in der Schwangerschaft:

  • Lange Cardigans oder Strickjacken in größeren Größen
  • Oversized-Shirts und Tuniken
  • Jersey-Kleider mit Empire-Taille (sitzt unter der Brust)
  • Weite Maxikleider
  • Leggings mit hohem, dehnbarem Bund

Diese Teile kannst du auch nach der Schwangerschaft weitertragen – ein klarer Vorteil gegenüber typischer Umstandsmode.

In Qualität investieren – aber gezielt

Hier ein scheinbarer Widerspruch: Manchmal lohnt es sich, mehr Geld auszugeben. Bei Teilen, die du täglich trägst – wie einer guten Umstandsjeans, bequemen Leggings oder einem hochwertigen Still-BH – zahlt sich Qualität aus. Sie halten länger, sehen besser aus und fühlen sich angenehmer an. Bei Teilen für besondere Anlässe, die du vielleicht nur ein- oder zweimal trägst, darf es ruhig die günstige Variante sein.

Häufige Probleme und wie du sie löst

Auch mit der besten Umstandsmode gibt es manchmal Herausforderungen. Hier sind Lösungen für die häufigsten Probleme, die mir und anderen Mamas begegnet sind:

Der Bauchbund rutscht ständig

Besonders am Anfang, wenn der Bauch noch nicht so groß ist, rutschen Überbauch-Hosen gerne nach unten. Das ist nervig und sieht auch nicht schön aus. Lösungen:

  • Probiere Unterbauch-Varianten, die unter dem Bauch sitzen
  • Wähle Hosen mit breiterem, stabilerem Bauchbund
  • Kombiniere mit längeren Oberteilen, die das Rutschen kaschieren
  • Manche Frauen nähen innen kleine Silikonstreifen ein, die das Rutschen verhindern

Oberteile werden vorne zu kurz

Mit wachsendem Bauch kriechen normale Shirts nach oben. Bei echter Umstandsmode sollte das nicht passieren, weil sie vorne länger geschnitten ist. Falls doch: Lagenlook ist dein Freund. Ein langes Unterhemd oder Tank-Top unter einem kürzeren Shirt sieht stylisch aus und verhindert, dass dein Bauch ständig hervorblitzt.

Zu warm oder zu kalt

Deine Körpertemperatur-Regulation spielt in der Schwangerschaft oft verrückt. Das Zwiebelprinzip mit mehreren dünnen Schichten ist praktischer als ein dicker Pullover. So kannst du je nach Bedarf etwas aus- oder anziehen. Atmungsaktive Materialien helfen ebenfalls.

Nichts passt mehr – und es sind noch Wochen bis zum Geburtstermin

Manchmal wächst der Bauch in den letzten Wochen noch mal unerwartet. Bevor du in Panik neue Sachen kaufst: Schau nach Kleidungsstücken mit maximalem Stretch, leihe dir etwas von Freundinnen oder greife zu sehr weiten, fließenden Teilen. Es sind nur noch wenige Wochen – da darf es auch mal ein Notfall-Outfit sein.

Umstandsmode und Stillen: Vorausschauend planen

Ein Tipp, den ich beim ersten Mal ignoriert habe und beim zweiten Mal dankbar befolgt habe: Denke beim Kauf von Umstandsmode schon an die Stillzeit. Viele Teile lassen sich auch nach der Geburt weitertragen – besonders wenn sie still-freundlich sind.

Was macht Kleidung still-tauglich?

  • Wickeloptik oder Knopfleisten vorne
  • Weite Ausschnitte, unter die du einfach greifen kannst
  • Lagenlook mit einem engen Top unter einem weiteren Oberteil (du ziehst das äußere hoch und das innere runter)
  • Spezielle Still-Shirts mit versteckten Öffnungen

Kleider und Oberteile mit diesen Features kannst du monatelang nach der Geburt weitertragen. Das rechtfertigt auch eine etwas höhere Investition, weil du mehr davon hast.

Der Still-BH in der Schwangerschaft

Viele Hebammen empfehlen, schon in der Schwangerschaft Still-BHs zu tragen. Sie sind bequem, haben keine oder nur weiche Bügel und wachsen durch verstellbare Verschlüsse mit. Nach der Geburt musst du dann nicht erst neue BHs kaufen, sondern hast sie schon parat. Kaufe sie aber nicht zu früh – deine Brust verändert sich noch mal kurz vor und nach der Geburt, wenn die Milch einschießt.

Umstandsmode und Körpergefühl: Du darfst dich schön fühlen

Lass mich zum Schluss noch etwas Wichtiges ansprechen, das über praktische Tipps hinausgeht: Dein Körpergefühl in der Schwangerschaft. Die Schwangerschaft ist eine Zeit enormer Veränderungen, und nicht jede Frau fühlt sich damit sofort wohl. Manche lieben ihren Babybauch vom ersten Tag an, andere brauchen Zeit, um sich an den neuen Körper zu gewöhnen.

Umstandsmode kann dabei helfen, dich in deiner Haut wohlzufühlen. Du musst nicht in Säcken herumlaufen oder dich verstecken. Es gibt wunderschöne, feminine, moderne Umstandsmode, in der du dich attraktiv und selbstbewusst fühlen kannst. Gleichzeitig ist es völlig okay, wenn dir an manchen Tagen nur nach Jogginghose und Hoodie zumute ist.

Hier ein paar Gedanken dazu:

  • Dein sich verändernder Körper leistet Unglaubliches – er verdient Kleidung, die ihm schmeichelt und ihn unterstützt
  • "Bequem" und "schön" schließen sich nicht aus – du darfst beides haben
  • Investiere in ein paar Lieblingsteile, in denen du dich wirklich gut fühlst, auch wenn sie etwas teurer sind
  • Deine Schwangerschaft ist einzigartig – dokumentiere sie mit Fotos in Outfits, die dir gefallen
  • Ignoriere Kommentare anderer über deinen Körper oder deine Kleiderwahl – du entscheidest, was dir gut tut

Ich erinnere mich an ein bestimmtes Umstandskleid in meiner zweiten Schwangerschaft – nichts Besonderes, ein einfaches Jersey-Kleid in Dunkelblau. Aber ich fühlte mich darin einfach gut. Ich habe es bei jeder Gelegenheit getragen und habe wunderschöne Erinnerungsfotos darin. Solche Teile sind unbezahlbar, auch wenn sie vielleicht nur ein paar Euro gekostet haben.

Häufige Fragen

Kann ich meine normale Kleidung nicht einfach in größeren Größen kaufen statt Umstandsmode?

Das funktioniert bei manchen Teilen durchaus – besonders bei Oberteilen, Cardigans oder Kleidern. Bei Hosen wird es schwierig, weil normale Hosen nicht für einen Babybauch geschnitten sind. Der Bund sitzt dann entweder zu tief und rutscht, oder er schneidet unangenehm ein. Umstandshosen sind speziell so konstruiert, dass sie den Bauch stützen ohne zu drücken. Eine Mischung aus beidem – ein paar echte Umstandsteile plus normale Kleidung in größeren Größen – ist oft die praktischste Lösung.

Wie viele Umstandsoutfits brauche ich realistisch?

Das hängt von deinem Lebensstil ab, aber als Minimum würde ich empfehlen: zwei bis drei Hosen oder Leggings, fünf bis sechs Oberteile, zwei BHs, ausreichend Unterwäsche für eine Woche, ein schickeres Outfit und wettergerechte Outerwear. Wenn du berufstätig bist, brauchst du entsprechend mehr Business-Teile. Wenn du viel zu Hause bist, reichen weniger formelle Sachen. Wichtig ist, dass du genug hast, um zwischen Wäschen durchzukommen, ohne ständig waschen zu müssen.

Lohnt sich teure Umstandsmode oder reichen günstige Teile?

Eine Mischung ist sinnvoll. Bei Basics, die du täglich trägst – wie Leggings, Jeans oder BHs – lohnt sich Qualität, weil sie länger halten und bequemer sind. Bei Teilen für besondere Anlässe oder Sachen, die du nur eine Saison trägst, dürfen es auch günstigere Varianten sein. Achte aber immer auf gute Verarbeitung und angenehme Materialien, egal was sie kosten. Günstig heißt nicht automatisch schlecht, und teuer garantiert nicht immer Qualität.

Ab wann brauche ich einen Still-BH und kann ich ihn schon in der Schwangerschaft tragen?

Viele Frauen tragen Still-BHs schon ab dem zweiten Trimester, weil sie bequemer sind als normale BHs. Das ist völlig in Ordnung und sogar praktisch, weil du sie dann nach der Geburt schon hast. Kaufe sie aber nicht zu früh – am besten erst ab der 36. Schwangerschaftswoche oder sogar erst nach der Geburt, wenn die Milch eingeschossen ist. Deine Brust verändert sich bis dahin noch. Für die Schwangerschaft selbst reichen auch bequeme Schwangerschafts-BHs ohne Still-Funktion.

Was mache ich mit meiner Umstandsmode nach der Schwangerschaft?

Du hast mehrere Möglichkeiten: Hebe sie auf, falls du weitere Kinder planst. Verkaufe oder verschenke sie an andere werdende Mamas. Manche Teile – besonders weite Kleider, Cardigans oder Still-Shirts – kannst du auch nach der Schwangerschaft weitertragen. Ich habe einige meiner Lieblingsteile behalten, weil sie einfach bequem sind, und den Rest weiterverkauft. Das hat mir geholfen, einen Teil der Kosten wieder reinzuholen.

Brauche ich spezielle Umstandsunterwäsche oder reichen normale Slips?

Normale Slips in einer größeren Größe können funktionieren, aber spezielle Umstandsslips sind oft bequemer. Sie haben einen weichen, dehnbaren Bund, der nicht einschneidet und entweder über oder unter dem Bauch sitzt. Besonders im letzten Trimester, wenn alles drückt und zwickt, wirst du den Unterschied zu schätzen wissen. Du brauchst aber keine riesige Menge – fünf bis sieben Stück reichen völlig, damit du immer saubere Wäsche hast.

Fazit

Umstandsmode ist weit mehr als eine teure Notwendigkeit für ein paar Monate – sie ist eine Investition in dein Wohlbefinden während einer besonderen Zeit. Du brauchst nicht viel, aber das, was du hast, sollte gut passen, bequem sein und dir ein gutes Gefühl geben. Mit einer durchdachten Grundausstattung, ein paar cleveren Kombinationen und der Bereitschaft, Second Hand oder normale Kleidung einzubeziehen, kommst du stilvoll und komfortabel durch die Schwangerschaft, ohne ein Vermögen auszugeben. Höre auf deinen Körper, kaufe, was du wirklich brauchst, und denke daran: Diese Zeit ist einzigartig. Du darfst dich darin schön und wohl fühlen – jeden einzelnen Tag.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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