Die 9. Schwangerschaftswoche – in der 9. SSW sind alle Organe angelegt
Auf einen Blick
- Dein Baby ist jetzt etwa 2,3 cm groß (Scheitel-Steiß-Länge) und wiegt rund 2 Gramm – so groß wie eine Weintraube
- Alle wichtigen Organe sind angelegt, aus dem Embryo wird nun ein Fötus
- Pro Minute entstehen etwa 100.000 neue Nervenzellen im Gehirn deines Babys
Die 9. SSW markiert einen besonderen Meilenstein: Dein Baby verlässt langsam die Embryonalphase und wird zum Fötus. Auch wenn du das kleine Geheimnis vielleicht noch für dich behältst – emotional baust du jetzt schon eine tiefe Beziehung auf, allein dadurch, dass sich deine Gedanken ständig um dein Baby drehen.
👶 So entwickelt sich dein Baby in der 9. SSW
Im dritten Schwangerschaftsmonat ist schon unglaublich viel passiert in deiner Gebärmutter. Dein Baby hat inzwischen eine Scheitel-Steiß-Länge von rund 2,3 cm erreicht und wiegt etwa 2 Gramm. Wenn du eine Weintraube in die Hand nimmst, bekommst du ein Gefühl dafür, wie groß und schwer der Fötus ist. In der Fachsprache wird nun auch vom Fötus gesprochen und nicht mehr vom Embryo – ein weiterer Hinweis darauf, wie viel bei der Entwicklung passiert ist.
Gut zu wissen: Sollten Vorsorgeuntersuchungen mit Ultraschall anstehen, lass dich nicht verunsichern, wenn Größe oder Gewicht anders angegeben werden. Jeder Fötus hat seine eigene Geschwindigkeit, und bei der nächsten Untersuchung sieht es schon wieder anders aus.
Das passiert gerade bei deinem Baby
Arme und Beine werden länger
Die Extremitäten deines Babys wachsen stetig weiter. Besonders spannend: Die Zehen und Finger bilden sich jetzt langsam aus.
Nervenzellen wachsen rasant
Ein Effekt, den du zwar nicht siehst, der aber für die Entwicklung besonders wichtig ist: Innerhalb einer Minute wachsen im Körper etwa 100.000 Nervenzellen heran. Sie verbinden sich zu einem komplexen Netzwerk und übernehmen zahlreiche unterschiedliche Aufgaben.
Achtung: In der neunten Schwangerschaftswoche passiert besonders viel bei den Gehirn- und Nervenzellen. Dieser Bereich ist nun sehr empfindlich und kann stark geschädigt werden, wenn du Nikotin oder Alkohol zu dir nimmst.
Der Darm wandert an seinen Platz
Ein spannender Fakt: Der Darm deines Babys ist bisher gar nicht in dessen Körper, sondern in der Nabelschnur gewachsen. Nun wird er von der Nabelschnur weiter in den Bauchraum geführt und findet seinen endgültigen Platz.
Das Gehirn entwickelt sich weiter
Damit dein Baby später in der Lage ist, mit Reflexen zu reagieren und stetig neue Dinge zu lernen, werden jetzt schon die wichtigsten Anlagen im Gehirn gelegt. Die notwendigen Regionen sind nicht nur vorhanden – sie bilden sich weiter aus und trennen sich immer mehr voneinander. Gerade weil das Gehirn so sensibel ist, braucht es einen effektiven Schutz: Die Schädelknochen werden in der neunten SSW langsam ausgebildet.
Das Gesicht nimmt Form an
Auf dem Ultraschall ist das Gesicht zwar noch nicht so gut zu erkennen, allerdings ist es schon gut ausgebildet. Die Augen, die sich bereits in den vorherigen Wochen entwickelt haben, bekommen nun Lider. Diese verschließen die Augen allerdings noch komplett – dein Baby kann sie noch nicht öffnen. Die Nase hat bereits ihre End-Form erreicht und wächst nun nur noch.
🌸 Das verändert sich in deinem Körper
In den letzten Wochen hat dein Körper sehr viel durchgemacht. Gerade die hormonellen Umstellungen sind eine echte Herausforderung. Auch in der neunten Schwangerschaftswoche hat dich die Übelkeit meist noch stark im Griff. Vielleicht merkst du sogar, dass dir Gerüche jetzt besonders unangenehm auffallen – auch ein unangenehmer Geruch kann Erbrechen auslösen.
Achtung: Stellst du fest, dass dein Körper weder Flüssigkeit noch Nahrung bei sich behält, solltest du dich durch den Gynäkologen auf Hyperemesis untersuchen lassen.
Typische Veränderungen in der 9. SSW
Geschmacksnerven spielen verrückt
Bilder von schwangeren Frauen, die verschiedenste Lebensmittel miteinander kombinieren, entsprechen durchaus der Realität. Es kann gut sein, dass deine Geschmacksnerven verrückt spielen. Vielleicht kannst du dein Lieblingsessen nicht mehr sehen oder greifst jetzt zu ganz bestimmten Lebensmitteln. Der Nährstoffbedarf deines Körpers ändert sich stetig und der Heißhunger auf bestimmte Lebensmittel ist ein Zeichen dafür, was der Körper braucht.
Tipp: Achte trotz aller Gelüste weiter auf eine ausgewogene Ernährung – dein Körper und dein Baby werden es dir danken.
Haut und Haare verändern sich
Durch die Hormonumstellung deines Körpers kannst du an deiner Haut und den Haaren Veränderungen bemerken. Das hängt nicht nur mit HCG zusammen. Die Hormone verlangsamen deine Körperprozesse und damit auch den klassischen Zyklus der Haare. Sie fallen nicht mehr so schnell aus – dadurch wirken sie voller und glänzender.
Neue Schwangerschaftsbeschwerden
Viele Frauen berichten, dass ab der 9. Schwangerschaftswoche die Müdigkeit nachlässt, dafür aber Platz macht für Sodbrennen und Schwierigkeiten mit dem Kreislauf. Bedenke, dass du innerhalb kurzer Zeit eine Menge an Blutvolumen zunimmst. Für deinen Kreislauf ist das eine echte Herausforderung – Schwindel ist daher keine Seltenheit.
Tipp: Gönne deinem Körper bei Kreislaufproblemen viel Ruhe und stehe langsam auf, um Schwindelanfälle zu vermeiden.
Verdauungsprobleme halten an
Noch immer gibt es Schwierigkeiten mit der Verdauung. Teilweise sind die Verstopfungen sehr hartnäckig und es kann sich ein Blähbauch bilden. Auch Schmerzen im Unterleib sind möglich – deine Mutterbänder arbeiten, die Gebärmutter dehnt sich aus.
Die emotionale Achterbahnfahrt im ersten Trimester ist völlig normal. Vertraue auf deinen Körper und versuche, nicht in jedem Ziepen ein Problem zu sehen – dein Baby ist gut geschützt und entwickelt sich prächtig.
💭 Deine Gefühlswelt in der 9. SSW
Vorfreude und Sorge wechseln sich ab? Du denkst bei jedem Spaziergang darüber nach, ob dein Baby eine Erkrankung haben könnte und welche Risiken es gibt? Du hast noch immer Angst vor einer Fehlgeburt? Gerade im ersten Drittel der Schwangerschaft ist der Embryo anfälliger für Fehlbildungen. Auch Infektionen können eine Fehlgeburt begünstigen.
Wichtig ist es, dass du auf deinen Körper vertraust und nicht in allen Rückenschmerzen ein Anzeichen für Probleme siehst. Die Plazenta und die Nabelschnur versorgen dein Baby und es schlägt Purzelbäume. Gleichzeitig merkt es aber auch die Sorge von Mama. Komplikationen können immer auftreten – machst du dir darüber ständig Sorgen, ist das jedoch für dich und dein Baby nicht gut.
✨ Darauf solltest du jetzt achten
Ausreichend trinken
Dein Körper benötigt von dir ganz viel Flüssigkeit. Das kann Wasser sein. Wenn du es besser verträgst, sind auch Tees oder verdünnte Säfte eine Möglichkeit. Hier musst du ausprobieren, was dir gut tut.
Geschlechtsverkehr ist erlaubt
Viele Frauen fühlen nach dem positiven Schwangerschaftstest eine innere Unruhe und Sorge, ob Geschlechtsverkehr dem Baby schaden kann. Das ist nicht der Fall. Es ist sicher in der Fruchtblase geschützt und von Fruchtwasser umgeben. Die Hormone können dafür sorgen, dass deine Libido steigt. Wenn du dich wohlfühlst und es für dich und deinen Partner in Ordnung ist, könnt ihr ruhig zärtlich miteinander sein.
Folsäure und Nährstoffe
Nach wie vor ist es wichtig, ausreichend Folsäure sowie andere Nährstoffe und Vitamine aufzunehmen, um Fehlbildungen vorbeugen zu können. Eine vollwertige Kost deckt hier einen Bedarf schon gut ab. Mit fortschreitender Schwangerschaft merkst du auch immer mehr Lust auf frische Lebensmittel.
Tipp: Merkst du schon etwas von der berühmten Vergesslichkeit während der Schwangerschaft? Schreib Dinge lieber einmal mehr auf oder lass dich von deinem Partner daran erinnern.
🏥 Vorsorge und Untersuchungen
Eine Vorsorge steht laut Schwangerschaftskalender zwar nicht an. Es kann dennoch sein, dass dich deine Hebamme oder der Gynäkologe sehen möchten. Ein Ultraschallbild gibt es wahrscheinlich nicht, aber hier wird noch einmal der Urin geprüft. Zudem erhältst du mehr Informationen dazu, was bei der nächsten Blutuntersuchung ansteht und welche Vor- und Nachteile eine Nackenfaltenmessung oder die Chorionzottenbiopsie im nächsten Schwangerschaftsdrittel haben. Hier werden mögliche Fehlbildungen, wie eine Trisomie, ausgeschlossen.
Häufig gestellte Fragen
Wie groß ist mein Baby in der 9. SSW?
Dein Baby hat in der 9. SSW eine Scheitel-Steiß-Länge von etwa 2,3 cm und wiegt rund 2 Gramm – ungefähr so groß wie eine Weintraube. Jedes Baby entwickelt sich jedoch in seinem eigenen Tempo, daher sind leichte Abweichungen völlig normal.
Ist Geschlechtsverkehr in der 9. SSW gefährlich für mein Baby?
Nein, Geschlechtsverkehr schadet deinem Baby nicht. Es ist sicher in der Fruchtblase geschützt und von Fruchtwasser umgeben. Wenn du dich wohlfühlst und keine medizinischen Gründe dagegen sprechen, ist Intimität völlig in Ordnung.
Warum habe ich in der 9. SSW so starke Übelkeit?
Die Übelkeit in der 9. SSW ist auf die hormonellen Umstellungen in deinem Körper zurückzuführen. Viele Frauen sind besonders empfindlich gegenüber Gerüchen. Wenn du weder Flüssigkeit noch Nahrung bei dir behalten kannst, solltest du dich auf Hyperemesis untersuchen lassen.
Wann hört die Müdigkeit endlich auf?
Viele Frauen berichten, dass ab der 9. Schwangerschaftswoche die Müdigkeit langsam nachlässt. Allerdings können dafür andere Beschwerden wie Sodbrennen oder Kreislaufprobleme auftreten. Jede Schwangerschaft verläuft individuell – gönne deinem Körper die Ruhe, die er braucht.
Warum sind Nervenzellen in der 9. SSW so wichtig?
In der 9. SSW entstehen pro Minute etwa 100.000 neue Nervenzellen im Gehirn deines Babys. Sie bilden ein komplexes Netzwerk und sind die Grundlage für spätere Reflexe und Lernfähigkeit. Dieser Bereich ist besonders empfindlich – deshalb ist es wichtig, auf Nikotin und Alkohol zu verzichten.
Sind Schmerzen im Unterleib in der 9. SSW normal?
Ja, leichte Schmerzen im Unterleib sind in der 9. SSW völlig normal. Deine Mutterbänder arbeiten und die Gebärmutter dehnt sich aus. Auch Verdauungsprobleme können zu einem Blähbauch und Beschwerden führen. Bei starken oder anhaltenden Schmerzen solltest du jedoch deinen Arzt kontaktieren.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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