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Dampfen in der Schwangerschaft: E-Zigarette, IQOS & Vape ohne Nikotin

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner 04.11.2026 Lesezeit 7 Min.
Dampfen in der Schwangerschaft: E-Zigarette, IQOS & Vape ohne Nikotin

Auf einen Blick

  • Keine E-Zigarette ist in der Schwangerschaft sicher – auch nicht ohne Nikotin.
  • Nikotin gelangt über die Plazenta zum Baby und in die Muttermilch.
  • IQOS & Co. sind keine E-Zigaretten: Sie erhitzen echten Tabak.
  • Wer raucht, sollte aufhören – am besten mit Beratung. Die Telefonberatung 0800 8 31 31 31 ist kostenlos.

Du bist schwanger und dampfst – oder du hast mit der E-Zigarette aufgehört zu rauchen und fragst dich, ob das jetzt okay ist? Die ehrliche Antwort: Am besten ist für dein Baby gar kein Nikotin und kein Dampf. Trotzdem ist es ein Unterschied, ob du Zigaretten rauchst oder dampfst. Hier erfährst du, was über E-Zigaretten, Tabakerhitzer wie IQOS und Vapes ohne Nikotin in der Schwangerschaft bekannt ist – ohne Panikmache und ohne Schönreden.

🤰 Darf ich in der Schwangerschaft dampfen?

Nein, eine sichere E-Zigarette in der Schwangerschaft gibt es nicht. Die US-Gesundheitsbehörde CDC stellt klar: E-Zigaretten und andere nikotinhaltige Produkte sind während der Schwangerschaft nicht sicher. Nikotin schadet der Entwicklung von Gehirn und Lunge deines Babys, und auch einige Aromastoffe im Liquid können schädlich sein.

Gleichzeitig verbrennen E-Zigaretten keinen Tabak. Im Dampf stecken deshalb deutlich weniger Schadstoffe als im Zigarettenrauch, zum Beispiel kein Kohlenmonoxid, das die Sauerstoffversorgung deines Babys verschlechtert. „Weniger schädlich als Rauchen“ heißt aber nicht „harmlos“.

👶 Was macht Nikotin mit meinem Baby?

Nikotin gelangt über die Plazenta direkt in den Blutkreislauf deines Babys. Es verengt die Blutgefäße, auch die in der Plazenta, und kann so die Versorgung beeinträchtigen. Die CDC nennt Nikotin ausdrücklich giftig für das ungeborene Kind; es kann die Entwicklung von Gehirn und Lunge stören. E-Zigaretten in der Schwangerschaft werden in Studien mit niedrigem Geburtsgewicht und Frühgeburt in Verbindung gebracht.

Wichtig zu wissen: In Deutschland enthält eine Einweg-Vape bis zu 2 ml Liquid mit höchstens 20 mg Nikotin pro Milliliter – das sind bis zu 40 mg Nikotin in einem Gerät. Viele unterschätzen das, weil die Geräte klein sind und süß schmecken. Wie viel Nikotin und Liquid in deinem Gerät steckt, steht auf der Packung; für einzelne Modelle kannst du die Angaben auch in der Produktdatenbank vapevote.de nachschlagen. Illegale Geräte mit 10 oder mehr Millilitern enthalten ein Vielfaches davon.

🍓 Ist eine Vape ohne Nikotin in der Schwangerschaft okay?

Auch ohne Nikotin ist Dampfen in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert. Liquids bestehen aus Propylenglykol, Glycerin und Aromen. Diese Stoffe sind als Lebensmittelzusatz zugelassen, aber nicht dafür geprüft, eingeatmet zu werden. Beim Erhitzen können Reizstoffe wie Formaldehyd entstehen. Wie sich das auf ein ungeborenes Kind auswirkt, ist kaum untersucht.

Dazu kommt: Nicht jede Vape, die „0 mg“ verspricht, ist auch nikotinfrei. Besonders bei Geräten aus unsicheren Quellen stimmen die Angaben nicht immer.

🔥 IQOS in der Schwangerschaft: Ist ein Tabakerhitzer besser?

IQOS ist keine E-Zigarette. Tabakerhitzer wie IQOS, glo oder lil erhitzen echten Tabak, statt ein Liquid zu verdampfen. Der Tabak verbrennt nicht, gibt aber Nikotin und weitere Tabakinhaltsstoffe ab. Für die Schwangerschaft gilt deshalb dasselbe wie für Zigaretten und E-Zigaretten: Es gibt keine sichere Variante, und die Langzeitwirkungen auf Ungeborene sind nicht untersucht.

ProduktWas passiert?Nikotin?In der Schwangerschaft
ZigaretteTabak verbrenntjastark schädlich
Tabakerhitzer (IQOS, glo)Tabak wird erhitztjanicht sicher
E-Zigarette / VapeLiquid wird verdampftmeist janicht sicher
Vape ohne NikotinLiquid wird verdampftnein (laut Packung)nicht empfohlen
Nikotinpflaster, -kaugummiNikotin ohne Rauch und Dampfjanur nach ärztlicher Rücksprache

🚭 Ich rauche noch – soll ich auf die E-Zigarette umsteigen?

Das Ziel ist ein kompletter Rauchstopp, am besten mit Unterstützung. Wenn du das allein nicht schaffst, sprich mit deiner Frauenärztin oder deiner Hebamme über Hilfen. Ärztlich begleiteter Nikotinersatz (Pflaster, Kaugummi) kann infrage kommen.

In einer großen britischen Studie mit 1.140 rauchenden Schwangeren schafften Frauen mit E-Zigarette den Rauchstopp häufiger als Frauen mit Nikotinpflaster. Bei der Sicherheit gab es keinen Unterschied, und in der E-Zigaretten-Gruppe kamen sogar etwas weniger Babys mit niedrigem Geburtsgewicht zur Welt – vermutlich, weil mehr Frauen ganz mit dem Rauchen aufhörten (Health Technology Assessment 2023). Das zeigt: Jede Zigarette weniger zählt. Eine Empfehlung, in der Schwangerschaft mit dem Dampfen anzufangen, ist es nicht.

Besonders schädlich ist der „Doppelkonsum“: tagsüber dampfen, abends trotzdem rauchen. Dann bekommt dein Baby beides ab.

🤱 Dampfen in der Stillzeit

Nikotin geht in die Muttermilch über. Das gilt für Zigaretten, Tabakerhitzer und E-Zigaretten gleichermaßen. Stillen ist trotzdem wertvoll für dein Baby – auch wenn du noch nicht ganz aufgehört hast. Wenn du dampfst, dann:

  • nur nach dem Stillen, nicht kurz davor,
  • nie in der Wohnung und nie in der Nähe deines Babys,
  • und Liquids, Pods und Geräte immer außer Reichweite aufbewahren.

⚠️ Achtung: Liquid ist für Kinder giftig

Spätestens wenn dein Baby krabbelt, wird jedes Liquid-Fläschchen und jede Vape zur Gefahr. Schon kleine Mengen Nikotin-Liquid können bei Kleinkindern Erbrechen, Herzrasen und Krampfanfälle auslösen. Wenn dein Kind Liquid verschluckt hat: sofort den Giftnotruf anrufen (zum Beispiel 030 19240 in Berlin oder 06131 19240 in Mainz), bei Bewusstlosigkeit die 112.

💬 Hier bekommst du Hilfe beim Aufhören

  • Telefonberatung zur Rauchentwöhnung des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit: 0800 8 31 31 31 (kostenlos)
  • Deine Frauenärztin oder Hebamme: Sie können dich begleiten und bei Bedarf Nikotinersatz besprechen.
  • Dein Partner: Wenn ihr gemeinsam aufhört, fällt es leichter – und dein Baby atmet auch nach der Geburt rauchfreie Luft.

Mehr dazu, warum Zigaretten in der Schwangerschaft so schädlich sind, liest du in unserem Artikel Warum Rauchen in der Schwangerschaft so gefährlich ist.

❓ Häufige Fragen

Ist dampfen in der Schwangerschaft schlimmer als rauchen?

Nein, Zigarettenrauch enthält deutlich mehr Schadstoffe. Sicher ist Dampfen in der Schwangerschaft aber trotzdem nicht, vor allem wegen des Nikotins.

Ich habe gedampft, bevor ich wusste, dass ich schwanger bin. Ist das schlimm?

Kein Grund zur Panik. Hör jetzt auf und sprich es bei deiner nächsten Vorsorge an. Deine Ärztin kann dich beraten und bei Bedarf genauer hinschauen.

Darf mein Partner in der Wohnung dampfen?

Besser nicht. Auch der ausgeatmete Dampf enthält Nikotin und feine Partikel. Draußen dampfen schützt dich und später euer Baby.

Wie viel Nikotin hat eine Vape?

In Deutschland höchstens 20 mg pro Milliliter, bei Einweg-Vapes also bis zu 40 mg pro Gerät. Das ist mehr, als viele denken.

Quellen: CDC – E-Cigarettes and Pregnancy; CDC – Health Effects of Vaping; Griffiths C et al., Health Technology Assessment 2023 (E-Zigarette vs. Nikotinersatz bei Schwangeren); Tabakerzeugnisgesetz § 14. Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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