Risikoschwangerschaft – Ursachen und Maßnahmen
Auf einen Blick
- Eine Risikoschwangerschaft bedeutet nicht automatisch Komplikationen – es ist eine Vorsichtseinstufung für bestmögliche Vorsorge
- Bereits ein Kriterium aus dem Risikokatalog reicht für die Einstufung aus – das wird im Mutterpass vermerkt
- Frauen unter 18, über 35 Jahre sowie Mehrlingsschwangerschaften werden automatisch als Risikoschwangerschaft eingestuft
Der Begriff „Risikoschwangerschaft" im Mutterpass kann erstmal verunsichern. Doch keine Sorge: Diese Einstufung bedeutet nicht, dass automatisch etwas schiefgeht. Sie dient vor allem dazu, dass Du und Dein Baby besonders gut überwacht und versorgt werdet. Lass uns gemeinsam schauen, was genau dahintersteckt und wann diese Einstufung erfolgt.
🔍 Was bedeutet Risikoschwangerschaft eigentlich?
Bei jeder Schwangerschaft gibt es ein gewisses Restrisiko für Komplikationen. Von einer Risikoschwangerschaft spricht Dein Gynäkologe dann, wenn bei den Vorsorgeuntersuchungen ein erhöhtes Risiko für Dich oder Dein Baby festgestellt wird.
Die Einstufung erfolgt anhand verschiedener Kriterien aus einem festgelegten Risikokatalog. Bereits ein einziges zutreffendes Kriterium reicht aus – das Ergebnis wird dann in Deinem Mutterpass vermerkt.
Gut zu wissen: Auch Mehrlingsschwangerschaften und Zwillingsschwangerschaften werden automatisch als Risikoschwangerschaft eingestuft – unabhängig von anderen Faktoren.
Die meisten Komplikationen, vor denen gewarnt wird, müssen nicht eintreten. Die Einstufung dient hauptsächlich dazu, eine besonders sorgfältige Vorsorge zu gewährleisten und Dich engmaschiger zu betreuen.
📋 Welche Kriterien führen zur Einstufung?
Die Risiken hängen oft von Deinem Lebensstil und Deiner Vorgeschichte ab. Im medizinischen Gespräch werden diese wichtigen Punkte abgefragt:
- Liegt Dein Alter zwischen 18 und 35 Jahre?
- Gab es bei früheren Schwangerschaften bereits Komplikationen oder Probleme?
- Droht eine Frühgeburt?
- Droht eine Überschreitung des eigentlichen Geburtstermins?
- Sind allgemeine Krankheiten, wie beispielsweise Asthma, Bluthochdruck, Herzkrankheiten oder weitere vorhanden?
- Bestehen schwere psychische Erkrankungen?
- Gibt es in Deiner Familie Erbkrankheiten?
- Wird Alkohol oder Nikotin konsumiert?
- Werden bestimmte Medikamente eingenommen?
Körperliche Hinweise bei der Untersuchung
Bei der körperlichen Untersuchung achtet Dein Arzt auf weitere Faktoren:
- Größe unter 1,50 Meter: Kleine Frauen haben einen kleineren Beckenausgang, was den Geburtsverlauf beeinflussen kann
- Untergewicht: Kann zu Unter- oder Mangelversorgung des Babys führen
- Übergewicht: Erhöht das Risiko für Diabetes und Schwangerschaftsvergiftung
- Chronischer Bluthochdruck: Kann die Gefahr einer Frühgeburt erhöhen und zu Durchblutungsproblemen führen
- Schwangerschaftsdiabetes: Führt automatisch zur Einstufung als Risikoschwangerschaft
Achtung: Auch gynäkologische Besonderheiten wie Myome an der Gebärmutter, Veränderungen des Gebärmutterhalses, Fehlbildungen oder Infektionen im Genitalbereich können zur Einstufung führen.
📅 Risikoschwangerschaft und Alter – was Du wissen solltest
Das Alter spielt eine wichtige Rolle bei der Einstufung. Frauen zwischen 20 und 29 Jahren tragen statistisch das geringste Risiko. Sowohl sehr junge Schwangere unter 20 Jahren als auch Frauen über 35 Jahre haben ein erhöhtes Risiko.
Schwangerschaft unter 20 Jahren
Bei sehr jungen Schwangeren kann es schneller zu frühzeitigen Wehen kommen. Auch eine Schwangerschaftsvergiftung (Präeklampsie) tritt häufiger auf. Frühgeburten oder eine Mangelentwicklung des Kindes sind mögliche Risiken – daher ist eine sorgfältige medizinische Überwachung besonders wichtig.
Die Einstufung als Risikoschwangerschaft hat mir anfangs Angst gemacht. Heute weiß ich: Sie war ein Segen, denn ich wurde einfach besser betreut und fühlte mich dadurch sicherer.
🌸 Risikoschwangerschaft ab 35 – kein Grund zur Panik
Frauen ab 35 Jahren werden automatisch in die Kategorie Risikoschwangerschaft eingestuft. In der heutigen Zeit ist das keine Seltenheit mehr – viele Frauen zwischen 35 und 39 Jahren bekommen ihr erstes Kind.
Aus psychologischer Sicht bringt eine Schwangerschaft im höheren Alter sogar Vorteile mit sich: Oft besteht eine stabile Partnerschaft, Du gehst gelassener an die Schwangerschaft heran, hast einen gesunden Lebensstil etabliert und der finanzielle Hintergrund ist meist gefestigt.
Statistisch höhere Risiken
Die Risiken nehmen mit zunehmendem Alter zu. Bei Frauen über 35 Jahren kommt es statistisch gesehen häufiger zu Fehlgeburten als bei jüngeren Schwangeren. Auch Chromosomenveränderungen beim Kind sind möglich. Aufgrund der höheren Sterblichkeitsrate erfolgt die generelle Einstufung als Risikoschwangerschaft.
Tipp: In einigen Fällen kann bei einer Risikoschwangerschaft ein Beschäftigungsverbot ausgesprochen werden. Sprich mit Deinem Arzt darüber, wenn Du körperlich belastende Arbeit verrichtest.
💪 Keine unnötigen Sorgen machen
Bei einer Risikoschwangerschaft solltest Du Dir keine unnötigen Sorgen machen. Generell gilt: Zu viel Stress und Sorgen können sich auf Dein ungeborenes Kind übertragen.
Das Niveau der Medizin ist in Deutschland sehr gut ausgebaut, sodass es eher selten zu schwerwiegenden Komplikationen bei einer Geburt kommt. Regelmäßige Untersuchungen helfen bei Deiner Risikoschwangerschaft weiter und reduzieren die gesundheitlichen Komplikationen und Gefahren erheblich.
Gut zu wissen: Die engmaschigere Betreuung bei einer Risikoschwangerschaft bedeutet mehr Sicherheit für Dich und Dein Baby – nicht mehr Grund zur Sorge.
Häufig gestellte Fragen
Bedeutet Risikoschwangerschaft automatisch, dass etwas schiefgeht?
Nein, überhaupt nicht. Die Einstufung als Risikoschwangerschaft ist eine Vorsichtsmaßnahme, damit Du besonders gut betreut wirst. Die meisten Risikoschwangerschaften verlaufen völlig problemlos.
Ab welchem Alter gelte ich automatisch als Risikoschwangere?
Frauen unter 18 Jahren und ab 35 Jahren werden automatisch als Risikoschwangere eingestuft. Das bedeutet aber nicht, dass Du nicht gesund schwanger sein kannst – es dient der besseren Vorsorge.
Bekomme ich bei einer Risikoschwangerschaft ein Beschäftigungsverbot?
Nicht automatisch. Ein Beschäftigungsverbot wird nur in bestimmten Fällen ausgesprochen, zum Beispiel wenn Deine Arbeit körperlich sehr belastend ist oder konkrete gesundheitliche Risiken bestehen. Sprich mit Deinem Arzt darüber.
Wie oft muss ich zur Vorsorge, wenn ich als Risikoschwangere eingestuft bin?
Bei einer Risikoschwangerschaft werden die Vorsorgeuntersuchungen engmaschiger durchgeführt als bei einer normalen Schwangerschaft. Die genauen Abstände bespricht Dein Arzt individuell mit Dir – je nach Risikofaktor.
Kann ich trotz Risikoschwangerschaft eine natürliche Geburt haben?
In den meisten Fällen ja. Die Einstufung als Risikoschwangerschaft bedeutet nicht automatisch einen Kaiserschnitt. Dein Arzt wird mit Dir besprechen, welche Geburtsmethode in Deinem Fall am sichersten ist.
Werden die Kosten für zusätzliche Untersuchungen von der Krankenkasse übernommen?
Die medizinisch notwendigen Vorsorgeuntersuchungen bei einer Risikoschwangerschaft werden von der Krankenkasse übernommen. Bei zusätzlichen Wunschuntersuchungen solltest Du vorab mit Deiner Kasse klären, ob die Kosten übernommen werden.
Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.
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