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Pizza in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt?

Nadine Scheiner Von Nadine Scheiner Aktualisiert am 11.09.2026 Lesezeit 19 Min.
Pizza in der Schwangerschaft: Was ist erlaubt?

Auf einen Blick

  • Pizza ist in der Schwangerschaft erlaubt – entscheidend ist, dass sie durchgehend heiß gebacken ist
  • Backofenhitze von über 70 °C tötet Listerien und Toxoplasmen zuverlässig ab
  • Kritisch sind Beläge, die erst nach dem Backen daraufkommen: roher Rucola, Parmaschinken, Mozzarella di Bufala, Ei mit weichem Kern
  • Frisch gelieferte oder im Restaurant servierte Pizza ist sicherer als kalte Reste vom Vortag
  • Salami auf der Pizza ist unbedenklich, wenn sie mitgebacken wurde – als kalter Aufschnitt dagegen nicht

Es ist Freitagabend, du bist schwanger, müde – und hast Lust auf Pizza. Und dann kommt der Gedanke: Darf ich das überhaupt? Salami, Mozzarella, vielleicht Thunfisch … lauter Zutaten, die auf der Liste der kritischen Lebensmittel auftauchen. Die gute Nachricht vorweg: Pizza ist eines der wenigen Gerichte, bei denen du dir das Leben nicht schwer machen musst. Denn das, was sie sicher macht, passiert ganz automatisch – die Hitze im Ofen. Worauf du trotzdem achten solltest, erfährst du hier.

🍕 Die kurze Antwort: Ja, Pizza ist erlaubt

Pizza gehört zu den Gerichten, bei denen die Zubereitung praktisch alle Risiken ausräumt. Ein Pizzaofen arbeitet – je nach Bauart – mit 250 bis über 400 °C. Selbst ein normaler Haushaltsbackofen bringt 200 bis 250 °C auf den Stein. Die Erreger, vor denen in der Schwangerschaft gewarnt wird, überleben das nicht.

Entscheidend ist eine einzige Regel, die du dir merken solltest:

Alles, was mitgebacken wurde, ist sicher. Kritisch wird es nur bei dem, was erst nach dem Backen auf die Pizza kommt.

Das klingt banal, ist aber der Schlüssel zum ganzen Thema. Die klassische Salamipizza, die Margherita, die Pizza Funghi – alle werden bei hoher Hitze gebacken, Belag inklusive. Damit sind Listerien, Toxoplasmen und Salmonellen kein Thema mehr. Problematisch sind dagegen die „Finishing-Zutaten": der rohe Rucola, der erst am Ende daraufgestreut wird, die Scheibe Parmaschinken, die auf die fertige Pizza gelegt wird, oder das Ei, das absichtlich weich bleiben soll.

🔥 Warum Hitze das Entscheidende ist

In der Schwangerschaft geht es bei Lebensmitteln fast immer um drei Erreger. Alle drei reagieren empfindlich auf Hitze:

ErregerWo er vorkommtAbgetötet ab
ListerienRohmilchkäse, Rohwurst, vorgeschnittene Ware, gewaschener Salatca. 70 °C Kerntemperatur für 2 Minuten
ToxoplasmenRohes und luftgetrocknetes Fleisch, ungewaschenes Gemüseca. 67 °C, sofort
SalmonellenRohes Ei, rohes Geflügelca. 70 °C für 10 Minuten

Eine Pizza backt typischerweise 8 bis 15 Minuten – im Steinofen manchmal nur 90 Sekunden, dafür bei deutlich höherer Temperatur. In beiden Fällen erreicht der Belag Temperaturen weit jenseits der kritischen Schwelle. Der Käse blubbert, die Salami wölbt sich und wird an den Rändern knusprig: Genau diese sichtbaren Zeichen sagen dir, dass die Hitze angekommen ist.

Wichtig ist die Kerntemperatur – also die Temperatur im Inneren des Belags, nicht nur an der Oberfläche. Bei einer flach belegten Pizza ist das unkritisch, weil die Schichten dünn sind. Bei einer sehr dick belegten Pizza mit hohem Rand, bei der der Käse in der Mitte noch kalt und fest aussieht, solltest du sie lieber ein, zwei Minuten länger backen lassen.

🧀 Der Belag-Check: Was geht, was nicht

Gehen wir die typischen Zutaten einzeln durch – so kannst du bei jeder Speisekarte selbst entscheiden.

Salami, Schinken und andere Wurst

Rohe Salami ist in der Schwangerschaft tabu, weil sie luftgetrocknet und nicht erhitzt wird – sie kann Toxoplasmen und Listerien enthalten. Auf der Pizza ändert sich das komplett: Wird die Salami mitgebacken, ist sie unbedenklich. Das Gleiche gilt für Chorizo, Pepperoni, Kochschinken und Speck.

Die Ausnahme ist der Parmaschinken (und ebenso Serranoschinken, Bresaola oder Coppa). Diese Sorten kommen in guten Pizzerien bewusst nach dem Backen auf die heiße Pizza, damit sie zart bleiben und ihr Aroma behalten. Genau dann sind sie aber nicht durcherhitzt. Bei einer „Pizza Parma" oder „Pizza San Daniele" solltest du deshalb nachfragen – oder darum bitten, den Schinken mitzubacken.

Mehr dazu in unserem ausführlichen Ratgeber zu Salami in der Schwangerschaft.

Mozzarella und Käse

Der Mozzarella, der auf fast jeder Pizza liegt, ist industriell hergestellter Kuhmilch-Mozzarella aus pasteurisierter Milch – der ist ohnehin unbedenklich, auch kalt. Zusätzlich wird er mitgebacken. Doppelt sicher also.

Aufpassen solltest du bei Mozzarella di Bufala: Büffelmozzarella wird in Italien traditionell aus Rohmilch hergestellt und in manchen Pizzerien erst nach dem Backen in Stücken auf die Pizza gelegt, damit er cremig bleibt. Diese Kombination – Rohmilch plus nicht erhitzt – ist die einzige echte Käse-Falle auf der Pizzakarte.

Ebenfalls kritisch, wenn sie nachträglich daraufkommen: Gorgonzola, Taleggio und andere Weichkäse mit Rotschmiere sowie frisch gehobelter Parmesan aus Rohmilch. Mitgebacken sind aber auch die kein Problem – und bei einer „Pizza Quattro Formaggi" ist das der Normalfall.

Details zu den einzelnen Sorten findest du bei Mozzarella in der Schwangerschaft, Parmesan und in unserer Übersicht zu Käse in der Schwangerschaft.

Thunfisch

Bei der Pizza Tonno geht es nicht um Erreger – der Thunfisch aus der Dose ist konserviert und wird zusätzlich gebacken. Es geht um Quecksilber. Thunfisch gehört zu den Raubfischen, die Schwermetalle im Gewebe anreichern.

Das ist kein Verbot, sondern eine Mengenfrage. Eine Pizza Tonno gelegentlich – etwa ein- bis zweimal im Monat – gilt als unproblematisch. Wenn du ohnehin viel Thunfisch, Schwertfisch oder Hecht isst, solltest du es dabei belassen. Ausführlich erklärt haben wir das bei Thunfisch in der Schwangerschaft.

Rucola, Sprossen und frische Kräuter

Das ist die Zutat, die tatsächlich am häufigsten übersehen wird. Rucola kommt fast immer erst nach dem Backen auf die Pizza – er soll ja frisch und grün bleiben. Damit ist er roh.

Ungewaschene Blattsalate können Toxoplasmen tragen, die über Erde an die Blätter gelangen. In der Gastronomie wird Rucola in der Regel gewaschen, aber du weißt nicht, wie gründlich. Bei einer „Pizza Rucola" oder „Pizza Parma e Rucola" hast du zwei Möglichkeiten: den Rucola weglassen lassen oder – wenn du zu Hause bist – ihn selbst gründlich waschen und nachträglich daraufgeben.

Das Gleiche gilt für rohe Sprossen und für frisches Basilikum, das als Deko obenauf liegt. Mitgebackenes Basilikum ist unkritisch.

Ei

Bei der Pizza „Bismarck" oder „Uovo" liegt ein Ei in der Mitte, dessen Dotter bewusst weich bleibt. Weiches Eigelb bedeutet: nicht durcherhitzt, also potenziell Salmonellen. Wenn du diese Pizza möchtest, bitte darum, dass das Ei komplett durchgebacken wird – also auch der Dotter fest ist.

Alles andere

Tomatensauce, Champignons, Paprika, Zwiebeln, Oliven, Mais, Ananas, Artischocken aus dem Glas, Spinat, Kartoffeln – alles unkritisch, wenn es mitgebacken wird. Bei Meeresfrüchten (Pizza Frutti di Mare) gilt: Sie müssen richtig durch sein, was beim Backen normalerweise der Fall ist. Rohen Fisch – etwa Räucherlachs, der nach dem Backen daraufkommt – solltest du dagegen meiden.

Die Pizza-Regel auf einen Blick
✅ Mitgebacken = sicher
Salami, Kochschinken, Mozzarella, Gorgonzola, Thunfisch, Gemüse, Meeresfrüchte
⚠️ Nach dem Backen = nachfragen
Parmaschinken, Büffelmozzarella, Rucola, Basilikum-Deko, Räucherlachs, weiches Ei

🛵 Lieferpizza, Restaurant, Tiefkühl – wo liegt der Unterschied?

Viele Schwangere fragen sich, ob eine gelieferte Pizza „unsicherer" ist als eine im Restaurant. Die Antwort ist beruhigend: Nein – im Gegenteil kann sie sogar die bessere Wahl sein.

Pizza vom Lieferdienst

Eine Lieferpizza wird auf Bestellung frisch gebacken und kommt heiß in der Isoliertasche an. Sie durchläuft also genau den Prozess, der sie sicher macht, und wird in der Regel innerhalb von 20 bis 40 Minuten gegessen. Das ist ernährungsphysiologisch unkritisch.

Wenn du in einer größeren Stadt wohnst, hast du zudem den Vorteil großer Auswahl und transparenter Speisekarten – du siehst online genau, welche Beläge angeboten werden, und kannst Sonderwünsche wie „ohne Rucola" oder „Ei bitte durch" direkt im Bestellkommentar angeben. In Berlin etwa findest du über einen Pizza-Lieferdienst in Berlin Dutzende Anbieter mit vollständigen Zutatenlisten – das macht die Auswahl einfacher als ein Telefonat, bei dem du im Zweifel nachfragen müsstest.

Zwei praktische Hinweise für die Lieferung:

  • Iss sie, solange sie heiß ist. Das ist ohnehin am besten – und die Zeit zwischen Ofen und Teller bleibt kurz.
  • Sonderwünsche im Kommentarfeld angeben. „Bitte ohne Rucola" oder „Schinken bitte mitbacken" ist für die Küche kein Problem, wenn es vorher ankommt.

Pizza im Restaurant

Genauso sicher – mit dem Vorteil, dass du direkt nachfragen kannst. Frag ruhig, ob der Schinken mitgebacken wird oder ob der Büffelmozzarella aus Rohmilch ist. Das ist eine völlig normale Frage, und gutes Personal beantwortet sie ohne Umschweife.

Tiefkühlpizza

Ebenfalls unbedenklich. Der Belag ist industriell verarbeitet und in aller Regel pasteurisiert, und du backst sie selbst bei 200 bis 220 °C durch. Achte hier vor allem auf die Backzeit: Nicht verkürzen, auch wenn es schnell gehen soll. Die Angaben auf der Packung sind so kalkuliert, dass der Belag durchheizt.

Bei Tiefkühlpizzen mit „Finishing"-Zutaten im separaten Beutel – etwa Rucola oder Rohschinken zum Nachlegen – gilt dieselbe Regel wie beim Lieferdienst: entweder weglassen oder mitbacken.

Aufgewärmte Pizza vom Vortag

Das ist tatsächlich der Punkt, an dem viele Schwangere nachlässiger sind als nötig. Kalte Pizza direkt aus dem Kühlschrank zu essen, ist in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert. Gegarte Lebensmittel, die länger im Kühlschrank stehen, können sich mit Listerien neu besiedeln – Listerien vermehren sich auch bei Kühlschranktemperatur.

Wenn du Reste essen möchtest, wärme sie richtig auf: im Backofen bei 180 °C, bis der Käse wieder blubbert. Dann ist sie wieder sicher. Reste sollten nicht länger als 24 Stunden im Kühlschrank liegen.

„Die meisten Schwangeren machen sich beim Belag Sorgen und übersehen dabei die kalte Pizza am nächsten Morgen. Dabei ist genau das das größere Risiko – nicht die Salami, die eine Viertelstunde bei 300 Grad im Ofen war."
Ernährungsberatung in der Schwangerschaft

🤰 Heißhunger auf Pizza – woher kommt das?

Der Wunsch nach Pizza in der Schwangerschaft ist kein Zufall. Dahinter stecken ein paar ganz handfeste Mechanismen.

Kohlenhydrate und schneller Energieschub: Der Körper leistet in der Schwangerschaft Mehrarbeit, der Grundumsatz steigt. Schnell verfügbare Kohlenhydrate – wie im Pizzateig – sind die unkomplizierteste Energiequelle, und der Körper lernt schnell, danach zu verlangen.

Salz: Das Blutvolumen steigt in der Schwangerschaft um bis zu 40 Prozent. Ein erhöhter Salzbedarf ist die logische Folge, und Pizza ist salzig.

Kalzium: Käse ist eine der dichtesten Kalziumquellen überhaupt. Der Bedarf steigt in der Schwangerschaft deutlich, weil das Skelett des Babys aufgebaut wird. Ein Gelüst auf Käse ist also durchaus sinnvoll interpretierbar.

Umami und Geruchssinn: Der Geruchssinn verändert sich in der Schwangerschaft stark. Viele Frauen reagieren empfindlicher auf bittere und säuerliche Noten, während herzhaft-umami-lastige Speisen angenehmer werden. Tomate und gereifter Käse sind beides Umami-Bomben.

Mehr zu diesem Thema findest du in unserem Ratgeber zu Heißhunger in der Schwangerschaft.

🥗 Wie du deine Pizza etwas ausgewogener machst

Pizza ist kein „schlechtes" Essen – aber sie ist kohlenhydrat- und salzlastig und liefert wenig Ballaststoffe. Wenn du regelmäßig Lust darauf hast, kannst du mit ein paar Kleinigkeiten viel ausgleichen:

  • Gemüsebelag wählen: Paprika, Spinat, Champignons, Zucchini, Artischocken – das erhöht Ballaststoffe und Mikronährstoffe deutlich.
  • Vollkorn- oder dünnen Boden: Ein dünner italienischer Boden hat weniger Kohlenhydrate als ein dicker American-Style-Teig. Vollkornteig sättigt länger.
  • Einen Salat dazu – gewaschen und frisch zubereitet. Das ist die einfachste Methode, die Mahlzeit auszugleichen.
  • Proteinreiche Beläge: Hühnchen, Thunfisch (in Maßen), Kochschinken oder Hülsenfrüchte sorgen für längere Sättigung und weniger Blutzuckerspitzen.
  • Auf die Portionsgröße achten: Eine ganze große Pizza ist oft mehr, als man denkt. Die Hälfte plus Salat ist häufig die bessere Kombination.

Gerade bei Schwangerschaftsdiabetes lohnt sich der Blick auf Boden und Portionsgröße, weil der Blutzucker nach einer großen Menge einfacher Kohlenhydrate stark ansteigen kann. Sprich das mit deiner Ärztin oder Diabetesberatung ab – ein Verzicht ist meist nicht nötig, eine Anpassung schon.

🔥 Sodbrennen: Warum Pizza im dritten Trimester schwieriger wird

Viele Frauen vertragen Pizza in den ersten Monaten problemlos und bekommen später Probleme. Das hat zwei Ursachen: Das Hormon Progesteron entspannt die Muskulatur – auch den Schließmuskel zwischen Speiseröhre und Magen. Gleichzeitig drückt die wachsende Gebärmutter von unten auf den Magen.

Tomatensauce ist säurehaltig, Käse und Salami sind fettreich, und Fett verzögert die Magenentleerung. Diese Kombination begünstigt Reflux. Was hilft:

  • Kleinere Portionen, dafür langsamer essen
  • Nicht direkt vor dem Schlafengehen essen – mindestens zwei bis drei Stunden Abstand
  • Weniger Tomatensauce, dafür eine „Pizza Bianca" mit Ricotta- oder Crème-fraîche-Basis probieren
  • Scharfe Beläge wie Peperoni oder Chiliöl weglassen
  • Nach dem Essen aufrecht bleiben, nicht hinlegen

🍴 So bestellst du sicher – die Praxis

Wenn du auswärts oder beim Lieferdienst bestellst, reichen im Grunde drei Sätze:

  • „Bitte ohne Rucola." (oder ohne Sprossen / ohne frische Kräuter obenauf)
  • „Den Schinken bitte mitbacken." (bei Parma-, Serrano- oder Rohschinken)
  • „Das Ei bitte komplett durch." (bei Pizza Bismarck)

Beim Online-Bestellen schreibst du diese Hinweise einfach ins Kommentarfeld. Das ist unkompliziert und in der Gastronomie völlig üblich – Allergien und Unverträglichkeiten sind Alltag, Sonderwünsche also Routine.

🇮🇹 Pizza im Urlaub – besonders in Italien

In Italien wird Pizza oft traditioneller belegt, und genau die traditionellen Varianten sind die kritischen: echter Büffelmozzarella aus Rohmilch, hauchdünner Parmaschinken auf der fertigen Pizza, frisch gehobelter Rohmilch-Parmesan.

Das heißt nicht, dass du im Urlaub verzichten musst – du solltest nur genauer hinsehen. Eine Pizza Margherita mit normalem fior di latte (Kuhmilchmozzarella), eine Marinara oder eine Diavola mit mitgebackener Salami sind unproblematisch. Bei der „Bufala" oder „Parma" lohnt die Nachfrage.

Hilfreiche Formulierungen: „Sono incinta" (Ich bin schwanger), „è pastorizzato?" (Ist das pasteurisiert?), „può cuocerlo bene?" (Können Sie es gut durchbacken?).

👶 Nach der Geburt: Was sich ändert

Nach der Entbindung fallen die Einschränkungen weitgehend weg. In der Stillzeit darfst du wieder rohen Schinken, Büffelmozzarella und Rucola essen – Listerien und Toxoplasmen gehen nicht über die Muttermilch auf dein Baby über.

Zwei Dinge bleiben relevant: Thunfisch weiterhin in Maßen, weil Quecksilber in die Muttermilch übergeht. Und stark blähende oder sehr scharfe Beläge vertragen manche Babys indirekt nicht gut – das ist aber individuell und kein pauschales Verbot.

❓ Häufige Fragen zu Pizza in der Schwangerschaft

Darf ich Salamipizza in der Schwangerschaft essen?

Ja. Rohe Salami ist zwar tabu, aber auf der Pizza wird sie mitgebacken und dabei weit über 70 °C erhitzt. Damit sind Listerien und Toxoplasmen abgetötet. Achte nur darauf, dass die Pizza richtig heiß ist und die Salami sichtbar durchgebacken aussieht.

Ist Pizza Tonno in der Schwangerschaft erlaubt?

Ja, aber in Maßen. Bei Thunfisch geht es nicht um Erreger, sondern um Quecksilber. Ein- bis zweimal im Monat gilt als unbedenklich. Wenn du sonst kaum Raubfisch isst, kannst du die Pizza Tonno guten Gewissens bestellen.

Was ist mit Mozzarella auf der Pizza?

Der übliche Pizza-Mozzarella ist aus pasteurisierter Kuhmilch und wird zusätzlich gebacken – völlig unbedenklich. Vorsicht nur bei Mozzarella di Bufala, der aus Rohmilch sein kann und in manchen Pizzerien erst nach dem Backen daraufkommt.

Darf ich kalte Pizza vom Vortag essen?

Besser nicht direkt aus dem Kühlschrank. Listerien können sich auch bei Kühlschranktemperatur vermehren. Wärme die Pizza im Backofen bei 180 °C auf, bis der Käse wieder blubbert – dann ist sie unbedenklich. Reste nicht länger als 24 Stunden aufbewahren.

Warum ist Rucola auf der Pizza ein Problem?

Weil er fast immer erst nach dem Backen daraufkommt und damit roh ist. Ungewaschene Blattsalate können Toxoplasmen enthalten. Lass ihn im Restaurant weg oder wasche ihn zu Hause gründlich und gib ihn selbst dazu.

Ist Tiefkühlpizza in der Schwangerschaft okay?

Ja. Der Belag ist industriell pasteurisiert, und du backst sie selbst durch. Halte dich an die angegebene Backzeit und verkürze sie nicht. Beigelegte Frisch-Zutaten wie Rucola oder Rohschinken entweder weglassen oder mitbacken.

Wie heiß muss die Pizza sein?

Sie sollte durchgehend heiß aus dem Ofen kommen – der Käse blubbert, der Rand ist gebräunt. Fachlich geht es um eine Kerntemperatur von rund 70 °C für etwa zwei Minuten. Eine normal gebackene Pizza erreicht das deutlich.

Darf ich Pizza mit Ei essen?

Nur wenn das Ei komplett durchgebacken ist, also auch der Dotter fest. Bei der Pizza Bismarck bleibt das Eigelb üblicherweise weich – bitte dann darum, es durchzubacken.

Ist Pizza Frutti di Mare erlaubt?

Ja, wenn die Meeresfrüchte richtig durchgegart sind – beim Mitbacken ist das der Fall. Roher Fisch wie Räucherlachs, der nach dem Backen daraufkommt, ist dagegen nicht geeignet.

Spricht etwas gegen Lieferpizza?

Nein. Sie wird frisch gebacken und kommt heiß an – das ist genau der Prozess, der sie sicher macht. Sonderwünsche wie „ohne Rucola" gibst du einfach im Kommentarfeld an. Iss sie, solange sie heiß ist.

📌 Fazit

Pizza ist eines der unkompliziertesten Gerichte in der Schwangerschaft. Die Hitze im Ofen erledigt die Arbeit, um die du dich bei anderen Speisen aktiv kümmern musst. Merke dir die eine Regel: Was mitgebacken wurde, ist sicher – kritisch ist nur, was danach obendrauf kommt.

Konkret heißt das: Salami, Mozzarella, Thunfisch in Maßen, Gemüse und Meeresfrüchte sind unproblematisch. Nachfragen solltest du bei Parmaschinken, Büffelmozzarella, Rucola und weichem Ei. Und die kalte Pizza am nächsten Morgen wärmst du lieber noch einmal richtig auf.

Damit steht dem Pizzaabend nichts im Weg – auch nicht in der Schwangerschaft.

Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Vorerkrankungen, Schwangerschaftsdiabetes oder einer Risikoschwangerschaft besprich deine Ernährung bitte mit deiner Frauenärztin, Hebamme oder einer Ernährungsberatung.

Nadine Scheiner

Gründerin von moms.de, zweifache Mutter (Kinder geboren 2014 und 2016). Sie schreibt seit 2017 Ratgeber rund um Schwangerschaft, Geburt und Familienleben.

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